Steinzeitfreunde bereiteten in Hausen besondere Speisen zu

Suppe aus dem Baumstamm

Ein leckeres Steinzeitsüppchen hatte Ingo Schuster (links) für die Hausener Steinzeitfreunde vorbereitet. Gemeinsam mit Uwe Bickert wurde am Samstagnachmittag im Baumstamm mit heißen Steinen gekocht und in einem ausgehöhlten Brot serviert. Foto: Löwenberger

Hausen. Ein Steinzeitsüppchen aus dem Baumstamm und Braten aus dem Erdofen waren die kulinarischen Besonderheiten am „Langen Tag der Steinzeit“, zu dem die Steinzeitfreunde Hausen am Samstagnachmittag auf ihren Festplatz eingeladen hatten.

Die Suppe hatte Alpenüberquerer Ingo Schuster nach eigenem Rezept zubereitet. Speck, verschiedene Gemüse wie Möhren und Erbsen und Rehfleisch bildeten die Grundlagen. Gekocht wurde das Ganze in einem ausgehöhlten Baumstamm und für die notwendige Hitze sorgten heiße Steine, die in die Suppe gelegt und immer wieder ausgetauscht werden mussten. Serviert wurde die Speise in selbst gebackenen, kleinen Broten.

Rehbraten aus dem Glutloch

Für den Braten hatten die Steinzeitfreunde zwei fast einen Kubikmeter große Gruben ausgehoben, und darin über Stunden Buchenholz verbrannt, bis nur noch jede Menge Glut die Löcher füllte. Der Braten selbst war mit allerlei Kräutern und Salz gewürzt, in ein großes Blatt vom Pestwurz fest eingewickelt und anschließend mit Lehm umschlossen. Als größte Schwierigkeit erwies sich das Einlegen in die sengend heiße Glut. Dann wurden die Löcher mit Erde abgedeckt. Drei Stunden später konnten die ersten Braten entnommen und vorsichtig ausgewickelt werden. Die ersten Testesser zeigten sich durchweg begeistert, auch wenn hier und da mal ein wenig Asche oder Erde zwischen den Zähnen knirschte. Das gehörte offenbar dazu.

Dazu gab es jede Menge Steinzeit zu erleben, wie eine kleine Ausstellung von Steinzeitfunden. Man konnte Feuermachen mit Zunder und Pyrit, messerscharfe Klingen von einem Feuerstein abschlagen, beim Herstellen von Birkenpech, dem „Pattex der Steinzeit“ zusehen und vieles mehr.

Zum „Musik“ machen mit Hölzern, Knochen, Muscheln, Röhren und Trommeln lud der gebürtige Südafrikaner Marshall W. Lahmohr ein und fand damit hauptsächlich bei den Kindern regen Zuspruch.

Nur eines trübte die Freude etwas. Die Steinzeitfreunde hatten extra einen Termin im Sommer in ihr Programm mit aufgenommen – sonst feiern sie meist im Februar – und da bescherte ihnen Petrus gerade einmal 14 Grad. Immerhin es regnete – und schneite – nicht.

Von Bernd Löwenberger

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