SPD stellt keinen Bewerber für Bürgermeisterwahl in Oberaula

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Oberaula. Die Oberaulaer SPD wird zur Bürgermeisterwahl, die zeitgleich mit der hessenweiten Kommunalwahl am 6. März stattfindet, keinen eigenen Kandidaten stellen. Das bestätigte der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Oberaula, Roland Hühn, auf Anfrage unserer Zeitung.

Er bedauere, dass die SPD unzufriedenen Bürgern keine Alternative zum amtierenden Bürgermeister Klaus Wagner (CDU) bieten könne. Wagner bewirbt sich am 6. März um eine weitere Amtszeit. Laut Hühn habe sich aber weder aus den eigenen Reihen, noch ein externer Bewerber gefunden, der bei der Wahl zum Rathauschef kandidieren wolle. Bisher gebe es auch keinen parteilosen Bewerber, der von der SPD unterstützt werden könne. Die Bewerbungsfrist für Kandidaten endet am 28. Dezember.

Nach Hühns Einschätzung seien wohl mehrere Gründe ausschlaggebend dafür, dass die SPD keinen Herausforderer gefunden habe. So sei es wohl grundsätzlich schwieriger, gegen einen amtierenden Bürgermeister anzutreten, als sich um einen freiwerdenden Bürgermeisterposten zu bewerben. Weitere Aspekte seien wohl ein generell nachlassendes Interesse an politischen Ämtern, neue Pensionsregelungen und der stetig schrumpfende kommunalpolitische Spielraum.

Roland Hühn

Die SPD setzt Wagner zwar keinen Herausforderer entgegen, kritisiert aber dennoch dessen Amtsführung: Wagner agiere im Hauptmann-Stil, statt zu überzeugen und gebe sich als CDU-Vertreter, statt erster Meister der Bürger sein zu wollen, heißt es in einer Pressemitteilung des SPD-Ortsverbands. Wichtige Fragen für die Zukunft Oberaulas, wie der Tourismus oder die finanzielle Situation der Gemeinde würden entweder verschlafen oder unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt, kritisiert Hühn. Man wolle daher die Bürger überzeugen, ihren Unmut mit einer Nein-Stimme zum Ausdruck zu bringen, heißt es weiter. Als Alternative strebe die SPD einen Mehrheitswechsel in der Gemeindevertretung an, so Roland Hühn. Dafür habe die Partei „eine Bürgerliste, auf der viele parteiunabhängige Frauen und Männer kandidieren“, aufgestellt.

Unter den ersten 14 aussichtsreichen Plätzen seien Bewerber aus allen Ortsteilen vertreten. Auf den ersten sechs Plätzen kandidieren Marianne Hühn (Wahlshausen), Holger Hehr (Friedigerode), Hans-Joachim Schneider (Oberaula), Jörg Albert (Hausen), Karsten Schmidt (Olberode) und Hans-Richard Ide (Ibra). (jce)

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