Eigentümer wollen Oberaulaer Gästehaus zur Gemeinschaftsunterkunft umbauen – Bürgermeister hat Bedenken

Aue soll Flüchtlingsheim werden

Soll zur Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge umgebaut werden: Das ehemalige Gästehaus „Zur Aue“ an der Oberaulaer Bahnhofstraße. Foto: Löwenberger

Oberaula. Das ehemalige Gästehaus „Zur Aue“ an der Bahnhofstraße in Oberaula soll zu einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge umgebaut werden.

Über diese Pläne der neuen Eigentümer, zwei Brüdern aus Kassel, berichtete Bürgermeister Klaus Wagner am Mittwochabend während einer Informationsveranstaltung zur Integration von Flüchtlingen. Demnach soll die ehemalige Pension, in der vom Schwalm-Eder-Kreis seit Oktober sporadisch Flüchtlinge untergebracht worden seien, zu einer Gemeinschaftsunterkunft mit 69 Betten umgebaut und von den Eigentümern im Auftrag des Kreises selbst betrieben werden.

Integration wird erschwert

In einem Schreiben an Landrat Winfried Becker habe er seine Bedenken zum Ausdruck gebracht, berichtete Wagner. Er habe nichts gegen die Unterbringung von weiteren Flüchtlingen in der Gemeinde, auch nicht in der „Aue“, betonte der Rathauschef, der zuvor ein sehr positives Bild vom Zusammenleben mit den derzeit 57 Asylsuchenden aus Syrien und Afghanistan gezeichnet hatte. Große an einem Ort untergebrachte Personengruppen blieben häufig unter sich, was die Integration enorm erschwere, verdeutlichte Wagner seine Bedenken. Zudem befürchte er, dass die ehrenamtlichen Mitglieder des Arbeitskreises Flüchtlinge, die sich in Oberaula um die Neubürger kümmern, bei steigenden Migrantenzahlen irgendwann an ihre Grenzen kommen. „Bei 100 dezentral untergebrachten Menschen bekommen wir das sicher noch hin“, betonte der Rathauschef. „Ich habe deshalb den Landrat gebeten, zumindest die Zahl der in der Gemeinschaftsunterkunft untergebrachten Personen zu deckeln“, erklärte Wagner.

Hohe Auslastung

Betreiber von Gemeinschaftsunterkünften hätten ein Interesse an einer hohen Auslastung, da nach Tagespauschalen abgerechnet werde, erläuterte der Rathauschef, der in diesem Zusammenhang darauf hinwies, dass in mindestens einer Kommune des Schwalm-Eder-Kreises noch gar keine Flüchtlinge untergebracht seien. Er befinde sich derzeit im Ausland und wolle nach seiner Rückkehr Einzelheiten vorstellen, sagte einer der Eigentümer des Gästehauses am Telefon auf Nachfrage unserer Zeitung.

Antworten auf eine Anfrage beim Schwalm-Eder-Kreis standen zu Redaktionsschluss noch aus.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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