Seit mehr als 60 Jahren vereint: Anneliese und Gerhard Migge feiern heute ihre Diamantene Hochzeit

Kennen sich seit 66 Jahren: Anneliese und Gerhard Migge aus Kirchheim Heddersdorf feiern heute mit der Diamantenen Hochzeit ihren 60. Hochzeitstag. Foto: Löwenberger

Heddersdorf. 60 Jahre sind Anneliese und Gerhard Migge aus dem Kirchheimer Ortsteil Heddersdorf miteinander verheiratet und heute wird das Fest der Diamantenen Hochzeit im Stern in Oberaula gefeiert.

Anneliese Linnemann kam am 7. Februar 1933 in Heddersdorf als „Mittelste“ von drei Kindern zur Welt. Nach dem Besuch der Grundschule, mal in Heddersdorf, mal in Frielingen, arbeitete sie daheim auf dem landwirtschaftlichen Hof. „An irgendeine Ausbildung war zu der Zeit gar nicht zu denken. Es war ja Krieg“, erzählt sie heute.

Gerhard Migge wurde am 28. Januar 1929 in Quittainen in Ostpreußen geboren. Er begann nach der Schule eine Ausbildung als Schmied, konnte diese aber, ebenfalls wegen der Kriegswirren, nicht abschließen. Er hatte zwei ältere Schwestern. Sein Vater starb, als er fünf war. Im Krieg verlor man sich aus den Augen. Anfang 1945 geriet Gerhard Migge in Sibirien in russische Gefangenschaft. Weil es die eigene Heimat quasi nicht mehr gab und weil er sich in Quittainen mit dem dort stationierten Willi Kraft aus Niederaula angefreundet hatte, gab er dort als Heimatort kurzerhand Niederaula an.

So kam es, dass Gerhard Migge kurz vor Weihnachten 1945 nach einer abenteuerlichen Reise mit 16 Jahren abgemagert, völlig mittellos und mutterseelenallein am Niederaulaer Eckstock stand. Als er schließlich das Haus der Krafts gefunden hatte, öffnete ihm nicht nur sein Freund Willi, sondern auch dessen Verlobte Irmgard, Gerhards älteste Schwester, die Tür. Hier fand später auch die gesamte Familie wieder zueinander.

Nachdem Migge seine Lehre als Schmied hier beendet hatte, arbeitete er bei der Straßenbaufirma Fälber und wechselte nach einem schweren Unfall mit einer Baumaschine zur Firma Wever in Bad Hersfeld. Hier war er 34 Jahre bis zur Pensionierung beschäftigt. Ehefrau Anneliese war von 1976 bis zur Rente als Stationshilfe im Altenheim in Niederaula tätig.

Kennen gelernt haben sich die zwei im Juni 1949 auf einem Feuerwehrfest in Kleba. Zwar hatte man sich vorher schon ein paarmal gesehen, aber an diesem Abend hat es dann gefunkt. „Da hab’ ich sie abgeklatscht und dann hab ich sie nicht mehr losgelassen“, erzählt Gerhard, der auch heute noch so manchen Spruch auf den Lippen hat. Im Februar 1953 fand die Verlobung statt und am 3. März 1956 gaben sie sich in der Frielinger Kirche das Ja-Wort und noch im gleichen Jahr begannen sie mit dem Bau ihres Hauses an der Hauptstraße.

Zur Jubiläumsfeier heute kommen neben Freunden und Verwandten auch die beiden Töchter Margot und Karin sowie die Enkelkinder Amadeus und Anne-Sophie.

Von Bernd Löwenberger

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