Gemeindebrandinspektor Becker: Ein eher ruhiges Jahr bei der Oberaulaer Feuerwehr

Schnelligkeit rettet Leben

Zahlreiche Mitglieder der Oberaulaer Feuerwehren wurden während ihrer Jahreshauptversammlung am Samstagabend von Bürgermeister Klaus Wagner, Gemeindebrandinspektor Michael Becker, Kreisbrandinspektor Torsten Härtel und den stellvertretenden Gemeindebrandinspektoren Jörg Reichmann und Alexander Kurz (von links) befördert und ausgezeichnet. Foto: Löwenberger

Oberaula. „2015 war eher ein Standardjahr“ berichtete Oberaulas Gemeindebrandinspektor Michael Becker am Samstagabend anlässlich der gemeinsamen Jahreshauptversammlung aller Oberaulaer Feuerwehren in der Mehrzweckhalle.

Insgesamt 15 Einsätze, davon elf Hilfeleistungen und vier Brände seien angefallen, dazu nicht allzu ernste Fehlalarme, wie ein brennender Rasenmäher in Hausen, ein Feuerschein im Katzbachtal der sich als legaler Grillabend entpuppte und ein umgestürzter Baum zwischen Oberaula und Schwarzenborn, der bis heute nicht gefunden sei.

Straße gesperrt

Mit einer schnellen Straßensperrung im Ortskern indes habe man einem Rettungshubschrauber die Landung noch vor Eintreffen der Polizei ermöglicht und damit – wie sich später herausstellte – definitiv ein Menschenleben gerettet. Eine Besonderheit sei die Mitwirkung beim Aufbau der Zeltstadt für Flüchtlinge gewesen, die im August in Schwarzenborn quasi über Nacht aus dem Boden gestampft werden musste. Auch am Aufbau der Flüchtlingsunterkunft im Ziegenhainer Chinapark sei man beteiligt gewesen, dort aber mit weit weniger Zeitdruck.

Technisch gut aufgestellt

Technisch seien die 119 Aktiven der sechs Ortsteilwehren gut aufgestellt. Die Ersatzbeschaffung eines neuen Fahrzeuges für Wahlshausen habe zwar für etlichen Frust und Ärger gesorgt, werde aber wohl spätestens im Herbst diesen Jahres ein gutes Ende finden, versprach Becker. Die Anschaffung eines Rettungszylinders ergänze nun die moderne Ausrüstung von Rettungsschere und Spreizer.

Ein Highlight in diesem Zusammenhang war ein Besuch bei Opel in Rüsselsheim, wo unter fachlicher Anleitung ein nagelneues Auto fachgerecht zerlegt werden musste – durfte? Ein weiterer Höhepunkt sei der Gemeindefeuerwehrtag in Olberode gewesen, der sowohl von den Teilnehmern als auch von den Besuchern großes Lob erfahren habe, betonte Becker.

Insgesamt 30 Jungen und Mädchen sind in den Gruppen Jugend, Kinder und Bambini aktiv. Hier habe sich die Zusammenlegung der Nachwuchskräfte aus den Ortsteilen zu zentralen Einheiten als Schritt in die richtige Richtung erwiesen, berichtete Gemeindejugendfeuerwehrwart Lars Pfalzgraf.

Über ähnliche Schritte werde man zukünftig auch bei den Einsatzabteilungen nachdenken müssen, sagte Bürgermeister Klaus Wagner, um die Einsatzbereitschaft besonders auch tagsüber sicherstellen zu können. Er bedankte sich nicht nur bei den Feuerwehrleuten für ihr Engagement sondern auch bei den Arbeitgebern für die Bereitschaft zur Freistellung ihrer Arbeitskräfte.

Erstmals in seiner Funktion als Kreisbrandinspektor war Torsten Härtel zu Gast. Auch er berichtete über Einsätze bei der Erstellung von Flüchtlingsunterkünften und gab einen Ausblick auf die Entwicklung des Digitalfunkes im Schwalm-Eder-Kreis.

Von Bernd Löwenberger

Kommentare