Letzter Gottesdienst am 31. Oktober

Oberaulaer Pfarrerin Barbara Knoth geht in Rente

In der Pfarrscheune bereitet Barbara Knoth ihre Predigten am liebsten vor. Am nächsten Samstag wird sie zum letzten Mal in der ev. Kirche in Oberaula den Gottesdienst gestalten. Foto: Löwenberger

Oberaula. Am Samstag, 31. Oktober um 14 Uhr wird Pfarrerin Barbara Knoth zum letzten Mal in der evangelischen Kirche in Oberaula offiziell auf der Kanzel stehen. Danach geht sie in den verdienten Ruhestand.

Insgesamt 33 Jahre und einen Monat war die 65-Jährige dann als Gemeindepfarrerin tätig, davon 31 Jahre ohne Unterbrechung in den Kirchengemeinden Hausen und Ibra sowie in dem gesamten Kirchspiel Oberaula. Eine halbe Stelle hat Barbara Knoth hier inne, die ganze Stelle in den Kirchspielen betreut ihr Ehemann Rainer Knoth, ebenfalls seit 31 Jahren.

Gemeinsame Arbeit

„Diese Konstellation ist im Bereich unserer Landeskirche einzigartig“, konstatiert die Pfarrerin und sieht die gemeinsame Arbeit mit dem Ehemann als „Gnade Gottes“. Möglich gewesen sei das nur, weil man sich trotz aller Individualität auf einer gemeinsamen theologischen Grundlinie gehalten habe, jeder bereit war, den anderen zu unterstützen und man sich jederzeit über anstehende Aufgaben verständigt habe.

„Mein Leben ist so abenteuerlich“, stellt Barbara Knoth trotz all dieser Konstanz fest, und begründet dies hauptsächlich mit dem engen Kontakt zu den Mitmenschen. Da seien nicht nur die vielen bewegten Alltagsgeschichten, gerade als Pfarrerin erlebe man die Menschen oft in besonderen Situationen. Da gäbe es keine festen Arbeitszeiten, fast wie ein Landarzt sei man ständig in Bereitschaft. So braucht der „volkskirchliche Typ“ - wie sie sich selbst bezeichnet - des Abends keinen Krimi im Fernsehen und auch beim Urlaub gibt’s statt Abenteuer Erholung an der Ostsee oder in Schwarzwald.

„Licht auf dem Wege“ lautet die Gesamtlosung der auch in zahlreichen Gremien und Ausschüssen der Landeskirche aktiven Pfarrerin. So liest sie allmorgendlich zwei Verse aus dem gleichnamigen Buch für evangelische Pfarrer: einen aus dem Alten Testament in Hebräisch und einen aus dem Neuen Testament in Griechisch. Wenn der Wortschatz mal nicht ausreicht, hilft ein Vokabelbuch oder die „Zürcher Bibel“. Besonders mag sie Psalm 119 Vers 105: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.“ Apropos mögen: Gartenarbeit mag die Frau Pfarrerin gar nicht, dafür Hausarbeit um so mehr, sie ist Hausfrau mit Leib und Seele.

Den Entschluss Pfarrerin zu werden, hat die gebürtige Oberlausitzerin mit 17 Jahren nach dem Tod des Vaters gefasst. Warum, weiß sie allerdings nicht genau. „Ich wurde nicht übertrieben religiös erzogen, nur der Sonntagsgottesdienst war Pflicht“. So manchen Kirchgang wird Barbara Knoth auch in Zukunft ganz freiwillig antreten. „Ich freue mich schon jetzt darauf, ganz unbedarft im Kirchenschiff zu sitzen und den Predigten der Kolleginnen und Kollegen zu lauschen.“

Von Bernd Löwenberger

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