Bewohner des Kirchheimer Ortsteil Goßmannsrode bauen ein Mitmach-Museum

Handwerk wird lebendig

Fleißige Handwerker: Im vergangenen Jahr wurde das Satteldach auf die ehemalige Feuerwehrgarage aufgesetzt. Die Goßmannsröder packten auch dabei kräftig mit an. Foto: nh

Gossmannsrode. Alte und fast vergessene Handwerkstechniken wie Körbe flechten, Besen binden oder Fachwerk sanieren sollen künftig im Kirchheimer Ortsteil Goßmannsrode wieder aufleben.

Im Zuge der Dorferneuerung werden derzeit die ehemaligen Feuerwehrgaragen in der Ortsmitte zu einem Mitmach-Museum umgebaut. Nach der Aufnahme ins Dorferneuerungsprogramm im Jahr 2010 sei nach einer Verwendung für die Doppelgarage aus den 1950er Jahren gesucht worden, berichtet der Vorsitzende des Dorferneuerungsbeirats, Harald Pfaff. Seit dem Umzug der Feuerwehr in den 1980er Jahren wurde das Gebäude nur noch als Lagerraum genutzt, habe aber keine gravierenden Baumängel aufgewiesen.

„Wir haben festgestellt, dass es in den Scheunen und auf den Dachböden im Ort noch viele Gebrauchsgegenstände aus dem dörflichen Alltag gibt, berichtet Pfaff. Alte Werkzeuge, Haushaltsgegenstände oder Feuerspritzen sollen dort aber nicht einfach ausgestellt, sondern auch das damit verbundene Wissen sowie handwerkliche Fähigkeiten weitergegeben werden. Die Idee hinter dem Mitmachmuseum: Die älteren Einwohner des Dorfes geben ihr Wissen in Seminaren und bei Veranstaltungen an die jüngere Generation weiter. Das soll das Interesse für die Wurzeln des Dorfes wecken, die Zusammengehörigkeit stärken, die kulturelle Vielfalt erhalten und das Dorf attraktiver machen. Teil des Museums soll auch eine Werkstatt sein. Die könne auch genutzt werden, um Nistkästen, Fledermausquartiere oder Insektenhotels zu bauen, kündigt Harald Pfaff an.

Im vergangenen Jahr wurde das nachträglich aufgesetzte Pultdach abgenommen. Stattdessen bekam das Gebäude ein Satteldach mit Fachwerkfassade, die sich harmonisch ins Ortsbild einfügen soll. Der dadurch neu entstandene Raum im Obergesschoss ist hangseitig von der Rückseite des Gebäudes ebenerdig erreichbar. Die Trägerschaft des Mitmachmuseums soll ein Verein übernehmen, der sich mittlerweile gegründet hat. Dessen Mitglieder werden auch die Hausmeistertätigkeiten übernehmen. Für die Gemeinde bleiben Folgekosten für Strom, Versicherung und Gebäudeerhaltung. Geheizt werde mit Holz, das von den Mitgliedern mitgebracht werden kann, erklärt Pfaff.

Der Umbau kostet rund 24 500 Euro. Davon kommen 17 000 Euro aus dem Dorferneuerungsprogramm des Landes. Um die Bau- und Sanierungskosten niedrig zu halten, packen die Ortsbewohner, wo immer möglich, selbst mit an. Harald Pfaff und seine Mitstreiter hoffen, dass die Arbeiten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden können.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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