Die Dorfbewohner beschenken sich zum 650-jährigen Jubiläum selbst

Goßmannsrode feiert ganz intim

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Redaktionsteam: Katrin Boländer, Alexandra Peter und Harald Pfaff (v.l.) haben die Chronik verfasst.

Gossmansrode. Der kleine Kirchheimer Ortsteil Goßmannsrode wird in diesem Jahr offiziell 650 Jahre alt.

Die rund 130 Einwohner des idyllischen Dorfes am Goßmannsröder Wasser feiern diese Ersterwähnung als ein Fest für Goßmannsröder von Goßmannsrödern – mit verschiedenen Veranstaltungen verteilt übers ganze Jahr, so dass sich jeder Goßmannsröder in die Ausführung einbringen kann oder auch mal nur als Gast teilnehmen möchte.

Zwei Goßmannsröder Vereine, einzelne Personen, Kinder und Jugendliche haben Ideen gesammelt, um das Jahr attraktiv für die Goßmannsröder zu gestalten. Für die Organisation und Planung hat sich ein Festausschuss gegründet, der aus fünf Einwohnern besteht.

Für den Hauptjubiläumstag hat sich die Freiwillige Feuerwehr mit allen aktiven und passiven Kameraden sowie deren Familien bereit erklärt, die Bewirtung und Organisation zu übernehmen. Zu diesem Tag wurden außerdem alle die Personen schriftlich eingeladen, die Wurzeln in Goßmannsrode haben: hier geboren, aufgewachsen, gewohnt haben oder noch wohnen.

Der Tag beginnt mit einem Gottesdienst, es folgen Mittagessen, Festkommers mit der Vorstellung der Chronik, eine Kaffeetafel, ein Seniorentreff mit bequemer Bestuhlung in ruhigerer Lage, eine besondere Überraschung für die Kinder, während die Erwachsenen dem Festkommers lauschen, und einiges mehr. Die Chronik entstand in vier Jahren Arbeit und ist sehr persönlich geworden. Jede Familie aus Goßmannsrode findet sich in dem Werk wieder.

Für die „Großen“ werden die Kinder aus Goßmannsrode einen Zirkus veranstalten. Sie organisieren diesen Tag völlig allein und studieren auch die einzelnen Zirkusnummern komplett selbstständig ein. Die Zuschauer dürfen gespannt sein auf Jonglage, Akrobatik, Clownerie, Dompteur mit Pferd und Löwenbändigung, Snackline das neue Seiltanzen oder Kunststücke auf dem Trampolin.

Die Schwestern Helga Scheidemantel und Elisabeth Kehl nehmen sich im Jubiläumsjahr eine Woche Zeit, um allen Goßmannsrödern die Kunst des Brotbackens im Backhaus zu zeigen. Wer mag, darf sich dann über die nächsten Monate selbst im Backhaus ausprobieren. Zum Abschluss der Backwoche wird ein Backhausfest veranstaltet.

Ein weiteres Highlight, das die Goßmannsröder für Goßmannsröder im Jubiläumsjahr veranstalten, ist eine nächtliche Fackelwanderung. Die Fackeln dafür werden in der neuen Erlebnis-Werkstatt gebaut. Mit ihnen folgen die Kinder und Erwachsenen den Spuren der Generalin von Kirchheim, die einst im Kirchheimer Schloss residierte. Ihr Geist wurde damals in den Dammberg (oberhalb von Goßmannsrode) verbannt und sie soll sich nun jedes Jahr einen Hahnenschritt dem Schloss nähern, um dort wieder ihren Einfluss spielen zu lassen. (red/ley)

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