Unkontrollierte Vermehrung soll begrenzt werden

Gemeinde Kirchheim führt Kastrationspflicht für Katzen ein

Kirchheim. Für freilaufende Katzen gilt in der Gemeinde Kirchheim künftig eine Kastrationspflicht. Das ist in einer Gefahrenabwehrverordnung geregelt, welche die Gemeindevertreter während ihrer Sitzung am Donnerstagabend im Kirchheimer Bürgerhausanbau bei vier Gegenstimmen und zwei Enthaltungen beschlossen haben.

Die Satzung verpflichtet die Katzenhalter, ihre Tiere ab einem Alter von fünf Monaten von einem Tierarzt kastrieren zu lassen, sofern sie ins Freie dürfen. Als Katzenhalter gilt nach der Satzung auch, wer freilaufende Katzen regelmäßig füttert. Wer gegen die Regelung verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Angeregt hatten die Kastrationspflicht der Verein Pro Region Aulatal, der Nabu Bad Hersfeld und der Förderverein des Naturerlebnisparks, die ihren Vorstoß mit dem dramatischen Rückgang der heimischen Vogelarten begründeten, an dem auch die Katzenpopulation ihren Anteil habe. Die vollständige Umsetzung lasse sich zwar nicht kontrollieren, Katzenbesitzer würden durch die Einführung der Pflicht aber auf das Problem aufmerksam gemacht, argumentierten die Antragsteller. Wenn die Gemeinde ein entsprechendes Regelwerk einführe, sollten damit auch gleich andere Probleme angegangen werden, argumentierte Bürgermeister Manfred Koch (SPD). Deshalb enthalte die Gefahrenabwehrsatzung auch Bestimmungen zum wilden Campen, Plakatieren, Abstellen von Schrott und Verunreinigungen durch Hundekot.

Neben der Kastrationspflicht sah der Ursprungsentwurf auch vor, dass freilaufende Katzen auch mit Tätowierung und Mikrochip gekennzeichnet und in einer Datenbank der Gemeinde erfasst werden müssen. Dieser Passus wurde jedoch auf Antrag der SPD gestrichen. Arnold Diebel (CDU) und Achim Steinert (fraktionslos) sahen keinen Anlass, eine solche Satzung einzuführen. Dem widersprach Thomas Schneemilch (SPD): Während es in den Ortsteilen kaum Probleme gebe, sei vieles, was die Satzung verbiete, im Kernort an der Tagesordnung. Auch Bürgermeister Manfred Koch räumte zwar ein, dass manche Bestimmungen des Regelwerks „stumpfe Schwerter“ seien, dennoch habe die Gemeinde jetzt mehr Möglichkeiten, gegen Verstöße vorzugehen.

Vertagt haben die Gemeindevertreter die Abstimmung über eine Satzung zur Gestaltung von Werbeanlagen und Warenautomaten. Vor einer Entscheidung sollen zunächst die Ortsbeiräte zu dem Thema gehört werden.

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