Euro zweimal umdrehen

Oberaulas Bürgermeister Klaus Wagner stellt Haushalt vor – 270.000 Euro Defizit

Oberaula. Früher als üblich hat Bürgermeister Klaus Wagner am Montagabend während der Gemeindevertretersitzung im Hotel zum Stern den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr vorgestellt.

„Wir wollen den Haushalt deutlich vor der Kommunalwahl beraten und beschließen“, erklärte Wagner dieses Vorgehen, wenngleich in einigen Bereichen auf Schätzungen zurückgegriffen werden müsse. Erträgen von rund 5,3 Millionen Euro stehen im Ergebnishaushalt Aufwendungen von rund 5,6 Millionen Euro gegenüber. Der Luftkurort verzeichnet demnach ein Defizit von gut 270 000 Euro. „Dieses Defizit liegt leider nur 10 000 Euro unter dem Ansatz des Vorjahres und rund 4000 Euro unter dem des aktuellen Nachtragshaushalts“, verdeutlichte Wagner – letztgenannten haben die Gemeindevertreter am Montag einstimmig verabschiedet.

Umlagen steigen

Im kommenden Jahr verzeichne die Gemeinde zwar ein Plus bei Einkommenssteueranteilen und Schlüsselzuweisungen, Schul- und Kreisumlage lägen allerdings um 170 000 Euro darüber. „Das heißt, wir unterstützen den Kreis mit unseren eigenen Steuer- und Gebühreneinnahmen“, verdeutlichte der Rathauschef. Mehreinnahmen von 30 000 Euro erwartet die Gemeinde durch die Erhöhung der Grundsteuer, Mehrkosten von 20 000 Euro entstehen beim Personal der Kindergärten.

Die Kosten für die sogenannten freiwilligen Leistungen wie Dorfgemeinschaftshäuser, Waldschwimmbad, Jugend- und Seniorenarbeit sowie die Gemeindebücherei bezifferte der Rathauschef mit 217 000 Euro. Zum Vergleich: Der Zuschussbedarf für die Kinderbetreuung liege bei 400 000 Euro, die Gesamthöhe der Abschreibungen bei 591 000 Euro.

Trotz zusätzlicher Belastungen bei Personal und Umlagen habe sich das Ergebnis um 4000 Euro verbessert. Zur weiteren Konsolidierung seien in den kommenden Jahren sowohl Steuer- und Gebührenerhöhungen als auch Abstriche bei Investitionen nötig, kündigte der Bürgermeister an. Insgesamt sollen im Luftkurort knapp 339 000 Euro investiert werden. 115 700 Euro kommen aus Zuschüssen, für die restlichen 223 000 Euro müssen Kredite aufgenommen werden. Gleichzeitig werden aber Darlehen in Höhe von 440 000 Euro getilgt. Geplant sind die Erneuerung der Heizung im Bauhof, Kanalsanierungen, der vollständig mit Zuschüssen finanzierte Neubau eines Backahauses in Friedigerode, der Kauf digitaler Meldeempfänger für die Feuerwehr und die beginnende Schwimmbad-Sanierung.

Wird alles umgesetzt, beträgt der Schuldenstand zum Jahresende 11,5 Millionen Euro. Der Bürgermeister plädierte zwar dafür, die Gemeinde nicht kaputt zu sparen, machte aber unmissverständlich deutlich: „Nach wie vor müssen wir jeden Euro zweimal umdrehen, bevor wir ihn ausgeben.“

Von Jan-Christoph Eisenberg

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