Einkleiden für kleines Geld

Neues Kleiderstübchen in Oberaula

Helfen im Oberaulaer Kleiderstübchen: Klaus Braun, Waltraud Pfalzgraf und Helga Völker (von links) sortieren die gespendeten Kleidungsstücke in die Regale ein. Foto: Eisenberg

Oberaula. Von der Idee bis zur Umsetzung hat es keine drei Wochen gedauert, kurz darauf waren die Regale und Kleiderständer bereits gut gefüllt: Ende Oktober hat der Nachbarschaftshilfeverein „Gemeinsam für Oberaula“ (GfO) seine Kleiderkammer in der ehemaligen Weinstube am Unteren Kirchweg im Ortskern eingerichtet.

Der Andrang derjenigen, die die Einrichtung mit Kleiderspenden unterstützen wollen, scheint nicht abzureißen. Fast im Minutentakt fahren an diesem Nachmittag Einwohner des Luftkurorts vor, um gut erhaltene Jacken, Schuhe oder Bettwäsche abzugeben. Unter den potenziellen Kunden müsse sich das neue Angebot hingegen erst noch herumsprechen, berichtet Bürgermeister Klaus Wagner, der auch Vorsitzender des Nachbarschaftshilfevereins ist. Entstanden sei die Idee bei einem Treffen zum Thema Flüchtlingshilfe. Man habe sich bei der Kleidersammlung aber nicht allein auf diesen Personenkreis beschränken wollen, erläutert Wagner. Denn auch bei manchen Einheimischen gebe es durchaus Bedarf für bezahlbare Erwachsenen- und Kinderkleidung.

Name geändert

Der ursprüngliche Arbeitstitel „Kleiderkammer“ habe den Vereinsmitgliedern zu militärisch angemutet und sei deshalb in „Kleiderstübchen für Jedermann“ geändert worden – auch um die Hemmschwelle zu senken, sich dort nach einem Schnäppchen umzusehen. Das kleine Ladengeschäft werde dem Verein von den Eigentümern zu sehr günstigen Konditionen zur Verfügung gestellt, freut sich Wagner. Zehn Männer und Frauen betreuen das Kleiderstübchen ehrenamtlich im Wechsel und sind derzeit damit beschäftigt, die abgegebenen Kleidungsstücke nach Größe sowie nach Damen- und Herrenkleidung zu sortieren.

Um zu verhindern, dass schmutzige oder verschlissene Teile abgegeben werden, nehmen die Helfer Oberbekleidung Schuhe, Bettwäsche und Decken nicht in Bündeln oder verschlossenen Säcken und Kartons an. Unterwäsche darf im Kleiderstübchen grundsätzlich nur originalverpackt abgegeben werden.

Die gespendeten Kleider werden nicht verschenkt, sondern zu günstigen Preisen verkauft. „Kein Teil kostet mehr als zehn Euro“, erklärt Klaus Wagner. Sollte sich ein Stück als nicht verkäuflich erweisen, werde es nicht weggeworfen, sondern gemeinnützigen Organisationen wie dem Roten Kreuz zur Verwertung überlassen. „Bisher waren bei den Spenden aber richtig tolle Sachen dabei“, unterstreicht Helferin Helga Völker.

Mit dem Erlös sollen zunächst die Kosten für Unterhalt, Strom und Heizung gedeckt werden. Sollte von den Einnahmen etwas übrig bleiben, will der Verein damit andere gemeinnützige Projekte im Luftkurort verwirklichen.

Öffnungszeiten: Geöffnet ist das Kleiderstübchen – sowohl zur Abgabe von Spenden als auch zum Einkauf – immer dienstags von 15 bis 18 Uhr.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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