Bundesverdienstkreuz für DRK-Vizepräsidentin Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg

Ehrung: DRK-Vizepräsidentin Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg aus Hausen ist von Bundepräsident Joachim Gauck mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Foto: Trebing

Berlin/Hausen. Die Pressereferentin lächelt verschwörerisch. „Sie müssen sich etwas gedulden“, raunt sie den unruhigen Journalisten zu. „Preisträgerinnen mit W kommen ganz zum Schluss.“ Der Medienandrang bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes in Berlin war gestern besonders groß, da auch die Schauspielerin und angebliche Ministergeliebte Natalia Wörner ausgezeichnet wurde. Zwischen den dauerklickenden Fotografen und dem Getuschel im Mikrofonstangenwald fiel es fast ein wenig schwer, sich auf den Anlass des Festaktes zu konzentrieren: die Ehrung von sozial engagierten Frauen.

Zu den 24 Preisträgerinnen im Schloss Bellevue gehörte auch die DRK-Vizepräsidentin Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg aus Hausen. Die 64-Jährige wurde für ihre ehrenamtliche Arbeit beim Roten Kreuz ausgezeichnet, die sich seit 1979 vor allem um die Themen Familie und soziale Gerechtigkeit dreht. Während einige der angereisten Damen neben Bundespräsident Joachim Gauck ein wenig an Contenance einbüßten, fühlte sich Donata von Schenck auf dem präsidialen Parkett sichtlich zu Hause. „Sie sind ja schon wieder hier“, scherzte Gauck, als er der Nordhessin ihr Verdienstkreuz am schwarz-rot-goldenen Band überreichte.

Für von Schenck ist der Orden vor allem eine Motivation zum Weitermachen. Schon am Frühstückstisch im Hotel beschäftigt sie vor allem die Flüchtlingshilfe und die Familienpolitik. Aber das glänzende Kreuz ist auch ein Moment der Freude, die sie an alle Helfer des DRK und ihre Familie weitergeben will. „Es schadet ja nichts, wenn man mal gelobt wird“, sagt sie schmunzelnd. Die Verleihung in Berlin ist für die Schencks gleichzeitig auch eine seltene Gelegenheit für einen exklusiven Eltern-Kind-Ausflug. Zur Zeremonie hat die Geehrte ihren Mann Hauprecht Freiherr von Schenck zu Schweinsberg und die erwachsenen Kinder Harriet, Elard und Georg mitgebracht – weiterer Anhang und Enkelkinder mussten zuhause bleiben.

In seiner Laudatio auf die Preisträgerinnen sprach Bundespräsident Gauck auch den Missstand an, dass immer noch deutlich mehr Männer als Frauen mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet werden. Sei es da nicht ein wenig gönnerhaft zum Weltfrauentag diese Ehrung vorzunehmen? Gauck verteidigte die Zeremonie speziell für weibliches Engagement mit der Vorbildfunktion der Geehrten. „Ihr Beispiel soll Schule machen“, sagte er. Trotzdem sieht auch Donata von Schenck die Herauslösung der Frauen ein wenig kritisch: „Gemischt und 50:50 wäre schöner“, sagt sie. „Aber da sind wir eben noch nicht.“

Dass sich die Geschlechtertrennung auch immer wieder in die Sprache schleicht, machte vor allem die Dankesrede der Unternehmerin Heidi Kluth deutlich, die stellvertretend für alle 24 Verdienstkreuzträgerinnen ans Mikrofon trat. „Ich danke Ihnen im Namen aller Frauen“, sagte sie zu Bundespräsident Gauck. Kein Satz, den man sich ohne weiteres mit dem Wort „Männer“ vorstellen kann.

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