Initiative lud zu Neujahrsempfang und Informationen

Suedlink-Trasse: Bürger bleiben skeptisch

Wollen sich nicht zufrieden zurücklehnen: Die Menschen aus Neuenstein, Niederaula und Kirchheim, die von den bisherigen Planungen für die Gleichstromtrasse Suedlink berührt wurden, sind weder überzeugt, dass die neuen Planungen besser sind, noch dass eine solche Trasse überhaupt notwendig ist. Fotos: Löwenberger Foto: Löwenberger

Kirchheim. Wachsam bleiben, kritisch beobachten und weitermachen, das war der Tenor während des Neujahrsempfangs der Bürgerinitiative (BI) „Pro Region Aulatal“ am Montagabend im Kirchheimer Gasthaus Fälber.

Rund 40 Bürger aus den hier zusammengeschlossenen Gemeinden Kirchheim, Neuenstein und Niederaula waren gekommen, um Neuigkeiten bezüglich des Planungsstandes zu erfahren und zu diskutieren. Zahlreiche Meldungen von der Abkehr der ursprünglichen Suedlink-Trasse und der Umschwung zu Erdverkabelung seien kein Grund, sich jetzt zufrieden zurückzulehnen, appellierte Neuensteins Bürgermeister Walter Glänzer. Zwar hätten die BIs und besonders deren Zusammenschluss über Kreis- und Landesgrenzen hinaus einen großen Anteil daran, dass nun neu geplant werde.

Mitspracherecht beschnitten

Aber auch diese neue Planung habe ihre Tücken. So werde bei der Erdverkabelung unter anderem das Mitsprache- und Einspruchsrecht der Bürger und Behörden stark beschnitten, und noch immer gelte das Bündelungsgebot, sprich: Wo bereits Leitungen verlaufen, dürfen diese aufgerüstet oder neue dazu gebaut werden. Zudem sei noch immer nicht erwiesen, ob der Bau dieser Monstertrassen überhaupt notwendig sei.

„Hier wird bereits über das „Wie“ diskutiert, bevor das „Ob“ geklärt ist. Das halte ich für falsch“, sagte Glänzer, der sich tief in die Thematik eingearbeitet hat. Gar nicht mit einbezogen in die Planung würden auch neue Stromspeichermöglichkeiten, egal ob in größerem Stil oder mit einer „Batterie“ im Keller des Einfamilienhauses für den Strom aus der Solaranlage auf dem Dach.

Informationspolitik schlecht

Im Übrigen bleibe eine tiefe Skepsis gegenüber dem Netzbetreiber Tennet. Das bestätigte auch Kirchheims Bürgermeister Manfred Koch. Die Informationspolitik von Tennet sei weiterhin nicht akzeptabel. „Man bekommt gar keine Information, oder bekommt sie zu spät und dann so umfangreich, dass man das gar nicht mehr überblicken und bearbeiten kann“, sagte Koch.

Übrigens: Der Niederaulaer Bürgermeister Thomas Rohrbach hatte sich wegen eines anderen Termins entschuldigen, dafür aber eine lange Liste mit Unterschriften gegen Suedlink übergeben lassen.

Mit Tim Wiewiorra aus Fulda befand sich auch ein Vertreter von „Bürgerdialog Stromnetz“ unter den Besuchern. Seine Aufgabe sei es, die „Sorgen der Bürger aufzunehmen und zu sehen was geht in der Region“. Mit je einem Büro in Kassel und in Fulda sei er für die gesamte Region zuständig.

Glänzer forderte den Vertreter der Initiative, die nach eigenen Angaben „einen offenen und transparenten Austausch aller Beteiligten und Betroffenen rund um den Ausbau des Stromnetzes in Deutschland ermöglichen will“, Informationen nicht nur „von unten nach oben, sondern auch in die Gegenrichtung“ zu transportieren.

Weitere Informationen unter: www.prall-dagegen.de

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