Akku voll in der Kaffeepause

EAM nimmt Schnellladesäulen für Elektroautos in Betrieb

Stecker rein: Die neuen Schnellladesäulen für Elektroautos in Kirchheim eröffneten (von links) Bürgermeister Manfred Koch, Andreas Wirtz (Geschäftsführer Energienetz Mitte), der Kreisbeigeordnete Walter Schmidt, Rachid Ait Bouhou (Geschäftsführer E8-Energy), Eugen Jung (SVG-Aufsichtsratsvorsitzender), Regionalmanager Holger Schach, Thomas Keil (Leiter Regionalzentrum Energienetz Mitte) und SVG-Vorstand Wilhelm Höhler. Foto: Eisenberg

Kirchheim. Eine Kaffeepause am Kirchheimer Dreieck soll künftig ausreichen, um auch die Energiereserven eines Elektroautos wieder aufzufüllen. Das jedenfalls versprechen die Initiatoren der beiden Schnellladesäulen, die jetzt auf dem Gelände des SVG-Autohofs in Betrieb genommen wurden.

Die insgesamt 260 000 Euro teuren Stromzapfsäulen sind ein Gemeinschaftsprojekt des kommunalen Energieversorgers EAM, der SVG als Betreiberin des Autohofs und der Hamburger Firma E8-Energy, welche die Anlagen entwickelt hat. Die Kirchheimer Stromtankstelle ist Teil des bundesweiten Forschungsprojekts Schnellladesäulen für Achsen und Metropolen (SALM).

In nur 30 Minuten lasse sich ein komplett leerer Fahrzeug-Akku auf 80 Prozent aufladen, erklärte Andreas Wirtz, Geschäftsführer der EAM-Tochter Energienetz Mitte, bei der offiziellen Eröffnung. Zum Vergleich: An herkömmliche Ladesäulen mussten die Fahrzeuge bisher sieben Stunden lang angeschlossen werden. Zudem seien die neuen Anlagen mit allen derzeit auf dem Markt befindlichen Steckertechnologien ausgestattet und erlaubten das Laden von bis zu sechs Fahrzeugen gleichzeitig: Drei Fahrzeuge an sogenannten DC-Schnellladepunkten mit Gleichstrom und drei Fahrzeuge an AC-Ladepunkten mit Drehstrom. Mit der Einweihung der Kirchheimer Ladesäulen sowie einer vergleichbaren Anlage am Lohfeldener Rüssel bei Kassel werde eine Versorgungslücke an den Autobahnen zwischen Frankfurt und Göttingen geschlossen, betonte Wirtz. An den neuen Säulen sollen im Zuge des SALM-Projekts die Voraussetzungen für ein flächendeckendes Stromtankstellennetz erforscht werden. Dabei geht es neben Standortmodellen auch Zugangs- und Abrechnungssysteme sowie Netzauswirkungen. In der Anfangsphase stellt die EAM den Strom deshalb kostenlos zur Verfügung, nach kurzer Zeit müssen die Autofahrer die elektronische Tankfüllung mit einer Ladekarte bezahlen.

Mit einer Zunahme der Elektroautos auf deutschen Autobahnen verändere sich auch das Reiseverhalten, prophezeite Kirchheims Bürgermeister Manfred Koch. Im Vergleich zu Diesel- oder Benzinfahrzeugen werde der Tankstopp und damit auch der Aufenthalt in Kirchheim länger. Für die Autobahngemeinde gelte es daher langfristig zu prüfen, ob das Angebot für Reisende – etwa im Blick auf Einkaufsmöglichkeiten – noch ausreiche.

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