Trägerverein betreut Grundschüler

Kindertagesstätte in Olberode schließt nach 20 Jahren

Auf Wiedersehen: Nach fast 20 Jahren stellt die Kindertagesstätte „Die Bärchen“ in Olberode den Betrieb ein. Unser Foto zeigt die Kinder mit (hinten von links) den Erzieherinnen Tanja Gerst und Manuela Bickert. Foto: nh

Olberode. Selbst im fernen Südkorea war man auf das Konzept der Kindertagesstätte „Die Bärchen“ in Olberode aufmerksam geworden.

Eine mehrköpfige Delegation wollte in den Oberaulaer Ortsteil reisen, um sich über die Arbeit in dem Natur- und Waldkindergarten zu informieren. Dazu kommt es aber nicht mehr: Wenige Wochen vor ihrem 20-jährigen Bestehen hat die Kita am Freitag ihren Betrieb eingestellt.

Dass diese Entscheidung schweren Herzens getroffen wurde, ist der Vorsitzenden des Trägervereins, Christina Cichos, und Leiterin Manuela Bickert deutlich anzumerken. Nachdem jetzt die Schulanfänger die Bärchen verlassen haben, wären nur noch sechs Kinder übrig - nicht genügend, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Eine Elterninitiative hatte die Bärchen im Jahr 1995 gegründet, um eine wohnortnahe Betreuung für Kleinkinder ab zwei Jahren zu organisieren. In den umliegenden kommunalen und kirchlichen Kindergärten gab es die seinerzeit noch nicht. „Auch beim Mittagessen waren wir Vorreiter“, erzählt Manuela Bickert nicht ohne Stolz.

Seit 1999 ist die Kita im Olberöder Dorfgemeinschaftshaus untergebracht. Drei Betreuungskräfte kümmerten sich bisher um die 15 Kinder. Die direkte Lage am Waldrand habe Natur- und Waldpädagogik ermöglicht - mit dem Vorteil, bei ungünstigen Wetterbedingungen in feste Räume ausweichen zu können. Spielerischer Englischunterricht, eine Patenschaft mit einer Zahnärztin und einer indischen Schulklasse nennt die Kindergartenleiterin als weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit. Allerdings endete die Betreuungszeit bei den Bärchen nach dem Mittagessen. „Viele Eltern benötigen für die Kinder heute eine durchgehende Betreuung bis in den Nachmittag“, erklärt Manuela Bickert. Dafür sei gesetzlich allerdings ein zusätzlicher Ruheraum vorgeschrieben, der wegen der baulichen Gegebenheiten im Dorfgemeinschaftshaus nicht eingerichtet werden könne, berichten Leiterin und Vorsitzende. Die verbliebenen sechs Kinder haben mittlerweile Plätze in den umliegenden kommunalen und kirchlichen Kindergärten. Der Trägerverein Bärchen e.V. bleibt auch nach der Schließung bestehen und behält auch seine Räume im Olberöder Dorfgemeinschaftshaus. Er bietet dort jetzt eine Ferienbetreuung für Grundschulkinder an. „Interessierte Eltern können ihre Kinder über die Oberaulaer Gemeindeverwaltung noch anmelden“, berichtet Christina Cichos.

Die neue Aufgabe übernehmen derzeit noch die Erzieherinnen, deren Verträge bis einschließlich September laufen. Wie es beruflich für sie danach weitergeht, weiß Manuela Bickert noch nicht. Einen schwachen Hoffnungsschimmer haben Leiterin und die Vorsitzende Christina Cichos noch: „Sollten auf einen Schlag zehn Eltern ihre Kinder anmelden, würden wir weitermachen“.

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