Regen sorgt für Zwangspausen

Mit der Gerste geht es los: Getreideernte hat begonnen

Staubige Angelegenheit: Landwirt Alexander Buhles erntet mit seinem Mähdrescher ein Wintergerste-Feld bei Ausbach ab. Fotos: Eisenberg

Ausbach. Das regnerische Wetter der vergangenen Tage hat Alexander Buhles eine Erntepause beschert.

Um seine 35 Hektar Wintergerste abzuernten, benötigt der Landwirt aus dem Hohenrodaer Ortsteil Ausbach etwa drei Tage – wenn er beim Dreschen weder von einer Panne noch von einem Regenschauer unterbrochen wird. Zwar versteckt sich die Sonne am Fuße des Landeckers auch an diesem Tag hinter einer Wolkendecke, aber zumindest bleibt es trocken – und das ist entscheidend. Denn die Kornfeuchte, also die Menge an Wasser in einem noch am Halm befindlichen Getreidekorn, muss beim Einlagern von Futtergetreide unter 15 Prozent liegen. Ist mehr Feuchtigkeit enthalten, müssen die Körner nach der Ernte in die Trocknung – und das verursacht zusätzliche Kosten.

Mit der Wintergerste beginnt die Getreideernte, die derzeit im ganzen Landkreis im Gange ist. In den Tälern ging es etwas früher los als auf den Höhenzügen. Später folgen, Raps, Sommergerste und Roggen. Weizen und Hafer bilden den Abschluss. „Der Mähdrescher ist in der Regel die teuerste Maschine auf einem Hof“, erklärt Kreisbauernverbands-Geschäftsführerin Anke Roß mit Blick auf die kurze Einsatzzeit von knapp zwei Monaten. Dennoch hält der Ausbacher Familienbetrieb einen eigenes Fahrzeug vor. „Dadurch sind wir unabhängig und müssen bei passendem Wetter nicht auf den Lohnunternehmer warten“, erklärt Alexander Buhles Frau Jutta. Mit dem modernen Fahrzeug aus dem Hause Fendt ist die Familie nicht nur auf den eigenen Feldern, sondern auch im Auftrag von Berufskollegen im Einsatz. Alexander Buhles bedient die Erntemaschine mit einer Schnittbreite von 6,80 Metern vom staubgeschützten und klimatisierten Führerhaus mittels Joystick und Monitor.

Alles im Blick: Vom Fahrerhaus hat Alexander Buhles freie Sicht auf das Schneidwerk. Mit Joystick und Monitor bedient und überwacht der Landwirt den Mähdrescher.

Allradantrieb macht den Mähdrescher geländegängig, der sogenannte Hangausgleich sorgt dafür, dass Erntegut auch auf schrägen Feldern nicht auf eine Seite der Siebe im Inneren rutscht, wodurch Getreide verloren gehen würde. Nachdem sich der Körnertank hinter der Fahrerkabine gefüllt hat, wird der Inhalt über ein ausklappbares Rohr auf einen nebenherfahrenden Anhänger entladen. Ein Häcksler am hinteren Ende des Mähdreschers zerkleinert das Stroh. Es bleibt als Dünger auf dem Feld zurück. Das Getreide lagert Familie Buhles gut belüftet in mehreren Hochsilos in einer Halle ein.

Der überwiegende Teil der Gerste landet später in den Futtertrögen der Zuchtsauen des Betriebs. Wenngleich die Landwirte durch den milden Winter mit viel Unkraut zu kämpfen hatten, sind Alexander und Jutta Buhles mit dem Ertrag bislang zufrieden. Kreisbauernverbands-Geschäftsführerin Anke Ross geht kreisweit von einer eher durchschnittlichen Ernte aus.

Mehr zum Thema

Kommentare