Der „Freie Sängerchor Ausbach“ feiert am Wochenende in der Hofreite

Auch Arbeiter singen gern: Ausbacher Chor feiert 90-Jähriges

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Neustart mit neuem Namen: Nach dem Verbot durch die Nationalsozialisten und dem Krieg formierte sich der Verein wieder, jetzt unter dem Namen „Freier Sängerchor Ausbach“. Beim großen Sängerfest im Jahr 1951 wurden die Gründungsmitglieder des Vorgängervereins für ihre 25-jährige Mitgliedschaft geehrt.

Ausbach. Der „Freie Sängerchor Ausbach“ feiert am Samstag, 9. Juli, sein 90-jähriges Bestehen mit einem Kommers in der Hofreite. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Auf dem Programm stehen unter anderem ein Bild- und Filmvortrag zur Vereinsgeschichte sowie Auftritte des Geburtstagschores.

Das Fest wird am Sonntag um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kirche fortgesetzt. Weiter geht es nachmittags ab 14 Uhr in der Hofreite mit Liedvorträgen befreundeter Chöre. Die Singgruppe „Hosenträger“ trägt zur Unterhaltung des Publikums bei.

Chorsingen gab es in Ausbach bereits ab 1897 im Gesangverein „Concordia“, dem allerdings fast ausschließlich Bauern und Geschäftsleute angehörten. Diese Abschottung der vermeintlichen Dorfeliten führte 1926 zur Gründung des Arbeitergesangvereins Volkschor, der Vorläufer des heutigen „Freien Sängerchores“.

Nazis verboten Chor

Schon bald besuchten an die 50 stimmkräftige Männer die Übungsstunden und erfreuten die Bevölkerung bei öffentlichen Auftritten mit ihren Liedern. Aber schon im Frühjahr 1933 verboten die Nationalsozialisten jegliche Vereinstätigkeit und beschlagnahmten sogar das gesamte Vermögen. Erst 1947 wurde der Verein wieder ins Leben gerufen, jetzt unter dem Namen „Freier Sängerchor Ausbach“ und wieder mit seinem vormaligen Gründungsvorsitzenden Georg Hellwig an der Spitze.

Überdies verstand es der junge Lehrer Franz Krotzky als Dirigent aus Sängern verschiedener Generationen einen klangfähigen Chor aufzubauen. Nach Auftritten vorwiegend im Dorf, wurden auch bald Sängerfeste in den Nachbarorten besucht.

Unvergessen bleibt in jener Zeit das Fest zum 25-jährigen Jubiläum im Jahr 1951 mit großem Publikumszuspruch und einem 400 Meter langen Festzug. Der Vereinsvorsitz wechselte 1954 zu Heinrich Viehl und ab 1961 für lange Jahre zu Franz Plomer. Während dieser Epoche hatte Krotzky auch ein Schulorchester mit zeitweilig 60 Jugendlichen aufgebaut. Es folgten Konzertreisen mit Chor und Orchester zu namhaften Kurbädern in der Bundesrepublik.

28 Jahre dirigiert

Im Jahr 1969 übernahm dann Josef Glaser die Leitung des Chores. Nach 28 Jahren übergab er den Dirigentenstab Karola Herrmann. Seit 2002 ist nun Klaus-Dieter Penzel für den richtigen Takt verantwortlich. Nachfolger des Vorsitzenden Franz Plomer wurde 1987 Oswald Angersbach, der dieses Ehrenamt bis heute innehat. (ha)

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