Albert Deiß setzt sich für den Erhalt des Ausbacher Rotapfels ein

Leuchtend rote Früchte: Albert Deiß bemüht sich um die Erhaltung und Verbreitung des Ausbacher Rotapfels. Foto: Miehe

Ausbach. Noch heute findet man in zahlreichen Hausgärten und in der Feldgemarkung von Ausbach viele Obstbäume, so unter anderem auch Rotapfelbäume. Der „Ausbacher Rotapfel“, auch „Ausbacher Roter“ genannt, ist bei vielen Obstliebhabern und in Fachkreisen aber weit über unsere Region hinaus ein Begriff. Wurde dieser ansprechend ins Auge fallende rote Apfel doch von der „Rhöner Apfelinitiative“ 2001 als Lokalsorte des Jahres für die Rhön und 2008 vom Pomologenverein – Landesgruppe Hessen – für Hessen ausgezeichnet.

Die Apfelzucht hat in Ausbach schon eine lange Tradition. Bereits 1831 sind im Rechnungsbuch der Gemeinde Ausgaben für die Pflege eines Baumgartens dokumentiert. Seit etwa 1870 ist dann der Rotapfel in der Ausbacher Gemarkung nachweislich beobachtet worden. 1931 findet man den Rotapfel als hessische Lokalsorte in der Publikation „Deutschlands Obstsorten“ verzeichnet. Seit den Fünfzigerjahren wurde der Apfel aber wie viele andere deutsche Obstsorten immer mehr vom Markt verdrängt.

Bereits in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts setzten sich Bauer Georg Möller und Lehrer Heinrich Baist für die Verbreitung dieser Apfelsorte ein. In den letzten Jahrzehnten bemühte sich neben Wilfried Hahn vor allem auch Albert Deiß um den Sortenerhalt. So engagierte sich der 1929 in Ausbach geborene Albert Deiß bei der „Rhöner Apfelinitiative“, trat dem Deutschen Pomologenverein bei und präsentierte den Rotapfel bei vielen Ausstellungen der Obstliebhaber deutschlandweit. Außerdem gab er Pfropfreiser an Baumschulen und Vereine zum Weiterveredeln der Rotapfelsorte. Er zog selbst Sämlinge, aus denen drei neue Apfelbäume hervorgingen, und pflanzte diese auf die Streuobstwiese der Gemeinde. Albert Deiß setzt sich so seit Jahrzehnten mit viel Herzblut für die Erhaltung und Verbreitung des Ausbacher Rotapfels ein, damit diese großfruchtige und schmeckende Lokalsorte der Nachwelt erhalten bleibt. Nicht wenige Liebhaber danken ihm dies und bevorzugen den lokalen Bio- Rotapfel mittlerweile vor den gespritzten Sorten der Supermärkte.

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