Windkraft und Flüchtlinge sind Themen im Jahr 2016

Wedel-Show begeistert: Der Eiterfelder Jahresempfang im Schnellcheck

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Jahresempfang mit Stargast: Eiterfelds Bürgermeister Hermann-Josef Scheich (von links) mit Festspiel-Intendant Dieter Wedel, Michael Hofmann (Vorsitzender der Werbegemeinschaft) und Leonard Hohmann (Vorsitzender der Gemeindevertretung).

Eiterfeld. Einige neue Fans und Festspielbesucher dürfte Intendant Dr. Dieter Wedel in Eiterfeld gewonnen haben. Der bekannte Regisseur und Drehbuchautor plauderte als Stargast beim traditionellen Jahresempfang der Marktgemeinde aus dem Nähkästchen, und das kam bei den Gästen offenbar gut an.

Wer war dabei?

Nicht alle Plätze waren besetzt, aber erneut konnte Bürgermeister Hermann-Josef Scheich etwa 100 Gäste im Bürgerhaus begrüßen – unter anderem Vertreter der Kommunalpolitik, der Feuerwehr, der Kirchen und aus der Wirtschaft. Für klangvolle Unterhaltung am Flügel sorgte erneut Bermann Steinmacher, dessen Musik allerdings größtenteils in angeregtem Geplauder unterging.

Wie war das Jahr 2015?

Griechenlandkrise, Flüchtlingskrise, der Abgasskandal bei VW, Korruption beim Weltfußballverband – „in Eiterfeld war es zum Glück nicht ganz so ereignisreich und spektakulär“, sagte der Bürgermeister mit Blick auf das vergangene Jahr global und lokal. Zu berichten gab es natürlich trotzdem allerlei – vom Besuch der Eiterfelder Sternsinger beim Papst, 100 ausgezeichneten Sportlern, den beiden Märkten mit tausenden Besuchern bis hin zu Bauprojekten. Als Beispiele nannte Scheich hier die Erschließung des Baugebiets Oberes Pfaffental und den Beginn des ersten Bauabschnitts an der Mehrzweckhalle Arzell.

Was das Jahr 2016 bringt

Mit dem zweiten Bauabschnitt geht der 1,2 Millionen Euro teure Umbau der Arzeller Mehrzweckhalle weiter. Rund zwei Millionen Euro werden in Infrastruktur-, Hoch- und Tiefbaumaßnahmen investiert. Begonnen wird mit den Planungen für den Neubau der Lichtbergschule und „auch die Windkraft wird uns weiter bewegen“, sagte Scheich. Beim Regierungspräsidium als Genehmigungsbehörde liegen zwei Anträge für 15 Anlagen in Buchenau vor. Die Marktgemeinde lehnt das Vorhaben ab.

Auch die Aufnahme von Flüchtlingen wird Eiterfeld betreffen. Ab April müsse man anteilsmäßig 109 Menschen aufnehmen, so Scheich. Bisher sei die Suche nach Wohnraum aber nicht erfolgreich gewesen. Zur Not müssten Container aufgestellt werden. „Ich bitte um Unterstützung und Vorschläge“, sagte er.

Das verriet Dieter Wedel

Und dann ging die Wedel-Show los. Um einen langen Vortrag zu vermeiden, kündigte der Stargast ein Interview mit dem künstlerischen Leiter der Bad Hersfelder Festspiele, Joern Hinkel, an. Der kam allerdings nur selten zu Wort, wie Wedel selbst anmerkte. Unterhaltsam plauderte der gebürtige Frankfurter aus dem Nähkästchen und ließ auch Fragen aus dem Publikum zu.

Versuchten es mit einem Interview: Dieter Wedel und Joern Hinkel. Beide kennen sich schon seit 16 Jahren. Möglich gemacht hat den Besuch Wedels der Eiterfelder Politiker Dr. Dieter Dehm.

Das erfuhr unter anderem Hintergründiges zu Wedels Filmen, seiner Arbeit als Intendant und zur Finanzierung beim Film und Theater. Auch über die Privatperson Wedel ließ er einiges durchblicken. So sei sein Interesse am Musical eigentlich nur der Liaison mit einer ehemaligen Darstellerin geschuldet ...

Mit Blick auf die diesjährigen Festspiele sprach der Intendant von bereits über 1,5 Millionen Euro an Einnahmen aus dem Ticketverkauf. „Über 33 Prozent der Karten sind schon verkauft.“ Wedel erneuerte zudem seinen Wunsch nach einer Festspiel-GmbH. „Stadtpolitiker können nicht entscheiden, ob eine Lampe gemietet oder gekauft werden soll, ob zehn oder 19 Musiker nötig sind“, so der Intendant. (nm)

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