Feuerwehr und Bauhof im Einsatz - Warnsystem funktionierte nicht

Unfall in Treischfelder Biogasanlage: Tote Fische in der Taft

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Unser Bild zeigt Gewässer-Pächter Martin Hahn aus Soisdorf mit einer toten Bachforelle.

Treischfeld. Nach einem technischen Betriebsunfall an der Biogasanlage in Eiterfeld-Treischfeld sind am Mittwochmorgen Gülle und Öl ausgelaufen und haben die Taft verunreinigt. In der Folge starben zahlreiche Fische.

Traurig blickt Martin Hahn auf den toten Fisch in seinen Händen. Vier bis fünf Jahre alt sei diese Bachforelle gewesen, schätzt der passionierte Angler. Zwei Kilometer der Taft hat der Soisdorfer gepachtet. Vom Ortseingang bis kurz vor die alte Buchenmühle erstreckt sich sein Gebiet. Hunderte Bachforellen und Saiblinge hat Hahn dort eingesetzt. Auch Aale tummelten sich in dem Gewässer, berichtet er. Nun sind die Tiere tot.

Nach einem technischen Betriebsunfall an der Biogasanlage in Eiterfeld-Treischfeld sind am Mittwochmorgen Gülle und Öl ausgelaufen und haben die Taft verunreinigt. In der Folge starben zahlreiche Fische.

Im Einsatz waren unter anderem die Feuerwehren Soisdorf, Eiterfeld und Wenigentaft mit rund 35 Personen sowie einige Bauhofmitarbeiter, die an fünf Stellen Öl-Sperren im Wasser errichteten. Weiterhin waren der Eiterfelder Klärwärter, die Polizei sowie Vertreter der Unteren Wasserschutzbehörde und des Regierungspräsidiums vor Ort. Mitarbeiter von Hessen Mobil sorgten für Straßensperrungen. Auch Bürgermeister Hermann-Josef Scheich machte sich am Vormittag ein Bild von der Lage.

An der Landesstraße zwischen Soisdorf und Großentaft mussten laut des Eiterfelder Ordnungsamtsleiters Franz Giebel Straßengräben ausgebaggert werden, die mit Gülleschlamm vollgelaufen waren. Mehrere Landwirte aus Eiterfeld, Rasdorf und Buttlar holten mit Vakuumfässern Klärschlamm aus dem Bachbett und fuhren diesen auf umliegende Felder. Unterhalb der Soisdorfer Kläranlage pumpte die Feuerwehr Gülleschlamm aus dem Bachbett und anschließend in die Kläranlage.

Zu dem Störfall an der Biogasanlage war es schon am frühen Morgen gekommen. Weil das Warnsystem per SMS nicht funktioniert habe, fiel das Problem laut Anlagenbetreiber Winfried Vogt aber erst später auf. Ursache sei ein defektes Bauteil an einer Güllerohrleitung gewesen. Die Gülle flutete einen Anmischraum, in dem Maissilage mit Gülle vermischt wird. Dabei sei auch ein Kanister mit 20 Liter Diesel beschädigt worden. Über die Hofentwässerung und ein Rohr zur Taft sowie über die Oberfläche bahnten sich Gülle und Öl ihren Weg in die Natur. Um 9 Uhr wurde der Eiterfelder Bauhof alarmiert, anschließend die Feuerwehr.

„Das tut uns unendlich leid“, so Winfried Vogt. „Wir sind genauso geschädigt.“ Vogt fürchtet zudem einen Imageschaden und weitere Vorbehalte gegenüber der ohnehin kritisch beäugten Biogastechnik. Über das ganze Ausmaß des Schadens konnten gestern noch keine Angaben gemacht werden. Auf das Trinkwasser habe der Vorfall keine Auswirkungen, erklärte Klärwärter Uwe Wiedmer. Schuld am Tod der Fische sei überdies nicht das Öl gewesen, sondern die Gülle, die dem Wasser Sauerstoff entziehe. (nm)

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