Osterporträt: Leimbacher kümmert sich um bis zu 2000 Tiere

Elmar Spies ist Schäfer aus Leidenschaft

Mit zwei Schafen zur Hochzeit fing es an: Elmar Spies aus Leimbach ist Schäfer aus Leidenschaft – und hat seinen Betrieb im Laufe der Jahre vergrößert. Inklusive Osterlämmchen sind momentan um die 2000 Tiere zu versorgen. Fotos: Maaz

Leimbach. Wenn Elmar Spies von der Schäferei spricht, ist ihm die Leidenschaft für seine Arbeit deutlich anzumerken. Dabei – und obwohl zurzeit knapp 2000 Tiere im Stall stehen – ist der 57-Jährige aus Leimbach nur nebenberuflich Schäfer. Im Hauptberuf ist Spies bei der Baufirma Räuber in Bad Hersfeld tätig, wo man ihn einfach nicht gehen lassen wollte, wie er lachend erzählt.

Angefangen habe alles mit zwei Schafen, die ein Geschenk zur Hochzeit waren. 1978 gründete er schließlich seine „Schäferei mit Herz“. Inzwischen besitzt Spies über 1000 Mutterschafe und bewirtschaftet 290 Hektar Land. Den großen Stall abseits des Ortskerns ließ der Leimbacher vor zehn Jahren errichten. „Ich bin ein Quereinsteiger“, sagt er selbst.

Rhönschafe – die bis auf den schwarzen Kopf komplett weiß sind – und Schwarzkopfschafe mit charakteristisch dunklen Füßen besitzt Spies. Dazu kommen etwa 120 Ziegen, die Gehölz und Hecken zurückbeißen, acht Hütehunde und seit kurzem zwei Esel, die während der Weidezeit die Nachtwache übernehmen und zum Beispiel Wölfe abschrecken sollen. Mitte April verlassen die Schafe in zwei Herden den Stall und es geht auf die Wiesen am Dreienberg in Friedewald und am Weinberg in Hünfeld. Zwei festangestellte Schäfer hat Elmar Spies, zudem arbeitet sein Sohn Oliver im Betrieb mit, der auch die Nachfolge antreten soll.

Rhönschafe und Schwarzkopfschafe hält Elmar Spies. Sein Sohn Oliver steht als Nachfolger bereit und kümmert sich auch um die Technik (Bild rechts).

So oft es geht, ist Elmar Spies selbst mit den Tieren in der Natur unterwegs. „Das ist ein toller Ausgleich“, sagt der Schäfer, dem auch vor Wind und Regen nicht bange ist. „Wobei es an schönen Tagen natürlich mehr Spaß macht.“ Wer den aussterbenden Beruf des Schäfers einmal kennenlernen möchte, könne ihn gerne mal begleiten, verspricht der 57-Jährige.

Rund um Ostern herrscht nun aber erstmal „Hochkonjunktur“. Denn dann wird auch vermehrt geschlachtet. „Lamm ist gerade zu Ostern sehr beliebt und eines der traditionellen Gerichte“, weiß Spies. Abgeholt und geschlachtet werden die Tiere von einem externen Betrieb, verkauft wird das Fleisch aus Leimbach bei Tegut.

Einmal am Tag, von 8 bis 12 Uhr, werden die Schafe während der Stallzeit gefüttert. Außerdem stehen Impfungen und die Klauenpflege für immerhin gut 4000 Hufe an, zudem müssen alle Tiere gechipt werden. Dabei kommt mit Laptop und Scanner heute moderne Technik zum Einsatz. Darauf legt Spies viel Wert, ebenso wie auf Sauberkeit.

Im Dezember, wenn es zurück in den Stall geht, werden die Schafe geschoren, und dann beginnt auch schon wieder die Lammzeit, die bis Mitte Februar andauert. Für Elmar Spies sind dieser Kreislauf und seine Arbeit etwas ganz Besonderes. „Einmal Schaf, immer Schaf“, sagt er lachend.

Von Nadine Maaz

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