Zoo in Mansbach hat laut Kreis keine Baugenehmigung – Betreiber fühlt sich schikaniert

Pumas sorgen für Stunk

Die Wildtiere in Mansbach sorgen für Streit: Während manche Bürger Angst haben, dass etwa die Pumas ausbüxen könnten, fühlt sich Hakan Alp schikaniert. Auch die baurechtliche Genehmigung bereitet Probleme. Das große Foto zeigt einen der kanadischen Pumas in seinem Gehege, auf dem kleinen Bild aus dem Jahr 2011 ist Alp mit seinem Geparden zu sehen. Fotos: Maaz/Lenz

Mansbach. Der Tierpark in Mansbach, der rechtlich eigentlich ein Zoo ist, erhitzt die Gemüter. Während sich die Mansbacher Bürger Jürgen Göcking und Emil Wildner wegen der dort lebenden Pumas vor allem um die Sicherheit der Kinder in der angrenzenden Grundschule sorgen, fühlt sich der Vorsitzende des Kleintierzuchtvereins K 13 als Betreiber des Parks, Hakan Alp, schikaniert – auch von den Behörden.

Bei den Fachdiensten Bauordnung und Veterinärwesen des Landkreises Hersfeld-Rotenburg sorgt der Tierpark seit Monaten für „erhebliche Aktivitäten“, so Sprecher Michael Adam. Neben den Pumas sind in Mansbach auch noch ein Gepard sowie Binturongs (Marderbären) untergebracht. Zwar besitze die Anlage eine nach dem Tierschutzgesetz gültige Erlaubnis zum Halten dieser Tiere, allerdings gebe es keine baurechtliche Genehmigung für einen Tierpark. Die Haltung von gefährlichen Raubkatzen sei in Misch- oder Wohngebieten unzulässig, erklärt Adam. Pumas gehörten sicher nicht zu den Kleintieren, die namensgebend für den Verein waren.

Gegenüber dem Betreiber sei bereits ein Nutzungsverbot angekündigt worden, verbunden mit der Forderung eines Sachverständigengutachtens über die Gehegesicherheit. Ein Experte war inzwischen vor Ort, und hat keine Mängel festgestellt. Die Vorlage eines umfassenden Gutachtens steht allerdings noch aus.

Alp sieht keine Gefahr

Dafür müsste ein weiterer Sachverständiger eingeschaltet werden, was ihn 2000 Euro koste, kritisiert Hakan Alp. Zudem vermutet er politisches Kalkül hinter den Steinen, die ihm in den Weg gelegt würden. „Der Stress fing mit der Schule an“, spielt er auf die umstrittene Sanierung der angrenzenden Grundschule an. „Vielleicht wollen die die Fläche ja als Schulgelände nutzen“, vermutet er. Auch seine türkische Herkunft spiele sicher eine Rolle, meint Alp, der auf vorhandene Sachkundenachweise, Genehmigungen, mehrere Vor-Ort-Besuche sowie Versäumnisse in der Vergangenheit verweist.

„Ich habe meine Pflicht erfüllt“, sagt Alp. Von den gemeldeten und gechipten Tieren gehe keine Gefahr aus. Es sei immer jemand vor Ort und nachts seien die Katzen eingeschlossen. Die Leidenschaft für Raubkatzen habe er aus seiner Zeit bei der französischen Fremdenlegion mitgebracht. Einst hatte Alp große Pläne. Aus dem zuletzt heruntergekommenen Kleintierpark wollte er ein attraktives Ausflugsziel mit pädagogischem Anspruch, mehreren Mitarbeitern und Auszubildenden machen (HZ berichtete). „Das waren desolate Zustände hier“, sagt Alp. Ein Teil der Anlage ist bereits umgestaltet worden, aber jetzt sei erstmal alles gestoppt. „Das nervt mich alles tierisch und wenn jemand auf mich schießt, schieße ich zurück“, macht Alp seinem Ärger Luft. Der Vereinsvorsitzende hat einen Anwalt eingeschaltet und erwägt eine Klage.

„Der Tierpark hätte da gar nicht hingedurft“, sagt der Mansbacher Jürgen Göcking. „Die ganze Geschichte stinkt zum Himmel. Was ist, wenn so ein Wildtier plötzlich auf dem Schulhof steht?“ Emil Wildner, der in der Nähe des Parks wohnt, pflichtet ihm bei: „Ich verurteile es aufs Schärfste, dass solche Tiere neben einer Schule gehalten werden. Herr Alp muss doch verstehen, dass die Bürger Angst haben.“ Außerdem vermuten die Männer, dass der Tierparkverein nur noch auf dem Papier existiert, sehen aber ein: „Das ist eine verzwickte Sache.“ Anstoß nehmen Göcking und Wildner auch an Alps Hunden. Die seien bereits auf dem Schulhof gewesen und hätten Kindern und Lehrern Angst gemacht. Alp wiederum erklärt, Unbekannte hätten den Zaun zerschnitten.

Von Nadine Maaz

 

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