Evangelische Kreuzkirche Eiterfeld wurde vor 60 Jahren eingeweiht

Neuanfang in der Diaspora

Feierliche Zeremonie vor sechs Jahrzehnten: Pfarrer Wolfram von Knebel (Mitte) erhielt von Bischof Adolf Wüstemann (4. von links) den Kirchenschlüssel. Zuvor war die Gemeinde von der katholischen Kirche St. Georg, wo bis dahin die evangelischen Gottesdienste gefeiert werden konnten, zur neu erbauten Kirche am Friedländer Weg gezogen. Foto: nh

Eiterfeld. Es war der 31. Oktober und damit der Reformationstag 1955, als Bischof Adolf Wüstemann die Evangelische Kreuzkirche in Eiterfeld einweihte.

Pfarrer Wolfram von Knebel hatte mit vielen Gemeindemitgliedern viel dafür eingesetzt, dass die kleine Kirche mit Gemeinderäumen als geistliches Zentrum für die auf 20 Dörfer und Weiler verteilten Evangelischen – überwiegend Flüchtlinge und Heimatvertriebene – gebaut werden konnte. Das Gustav-Adolf-Werk, das evangelische Diaspora-Hilfswerk, hatte bei der Finanzierung des Baus geholfen. Tatkräftig waren in Bad Hersfeld stationierte amerikanische Pioniere angerückt, aber auch viele Gemeindemitglieder leisteten Hand- und Spanndienste, damit die Kirche innerhalb eines halben Jahres errichtet werden konnte.

Die Evangelische Kirchengemeinde Eiterfeld-Rasdorf gedenkt dieses Ereignisses mit zwei Gottesdiensten. Am Reformationstag, 31. Oktober, findet um 18 Uhr ein Abendmahlsgottesdienst mit den Kirchenvorständen der Hünfelder Region statt, den der Orchesterverein Eiterfeld und Katri Carlsen an der Orgel musikalisch gestalten. Dechant Markus Blümel wird als Zeichen der guten ökumenischen Verbundenheit im Gottesdienst predigen. Anschließend treffen sich die Kirchenvorstände im Katholischen Pfarrzentrum St. Georg in Eiterfeld, wo neben einem Imbiss Pfarrer Gruber einige Informationen zur Entstehung und Entwicklung der Evangelischen Kirchengemeinde geben wird.

Am Sonntag, 1. November, singt der Chor „Gospel of Joy“ unter Leitung von Bezirkskantorin Brigitte Lamohr, die auch die Orgel spielt, im Festgottesdienst um 10.30 Uhr. Anschließend gibt es einen Sektumtrunk mit der Möglichkeit zu Grußworten. Beide Gottesdienste sind laut Pressemitteilung für alle Interessierten offen. Am Samstag ist die Kollekte für den Neubau einer lutherischen Kirche in Weichsel/Oberschlesien bestimmt, die vom Gustav-Adolf-Werk in seine Projektliste aufgenommen wurde. Am Sonntag sammelt dann die Gemeinde für neue Kirchenfenster, weil die originalen Fenster mittlerweile kaputt sind und auch den Wünschen nach besserer Energieersparnis nicht entsprechen.

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