Früchteteppich in Sargenzell zeigt die Steinigung des heiligen Stephanus

Kunstvolles aus Körnern

Ein Bild aus Samen, Körnern und Früchten: Der Früchteteppich in Sargenzell die Steinigung des heiligen Stephanus. Foto: Görlich

Sargenzell. Mit dem 28. Früchteteppich in der Alten Kirche in Hünfeld-Sargenzell gibt es seit Freitag wieder ein außergewöhnliches Kunstwerk zu bestaunen: Monatelange und harte Arbeit, Geduld, Ausdauer und viel Liebe stecken in dem 26 Quadratmeter großen Bild, das in Millimeterarbeit aus Samen, Körnern, gemahlenen Blüten und Blättern gelegt wurde. Der Früchteteppich zeigt in diesem Jahr das Motiv „Die Steinigung des heiligen Stephanus“.

Zur Eröffnung waren zahlreiche Besucher gekommen, die sich in der alten Kirche rund um das Kunstwerk versammelten. „Drei Monate haben wir jeden Tag gearbeitet“, erzählte Künstlerin Ria Noll, die zusammen mit einem zehnköpfigen Team an dem Kunstwerk gesessen hatte. Seit Anfang Juli hatte Noll Abend für Abend rund vier Stunden an dem Gemälde gearbeitet. Sie hatte vor dem Teppich gekniet und ein Körnchen nach dem nächsten gelegt.

Blick in den Himmel

Das Gemälde von Peter Paul Rubens, das er zu Beginn des 17. Jahrhunderts angefertigt hatte, wurde maßstabsgetreu abgebildet. Der Früchteteppich stellt in diesem Jahr die Steinigung des Märtyrers Stephanus dar. Er ist umringt von wütenden Männern, die sich mit Steinen in der Hand um ihn scharen. Im Gesicht des Märtyrers ist eine offene blutende Wunde zu sehen. Stephanus blickt kurz vor seinem Tod in den geöffneten Himmel auf Jesus, der zur Rechten Gottes steht. Drei Engel schweben über ihm und er ist von einem Strahlenkranz umgeben.

„Ich stehe wieder mit großem Staunen und großer Begeisterung hier“, sagte Weihbischof Professor Dr. Karlheinz Diez und zahlreiche Besucher stimmten ihm mit Kopfnicken zu.

Teppich gesegnet

Der Früchteteppich wurde von Weihbischof Dietz zusammen mit anderen anwesenden Geistlichen gesegnet. Nach der offiziellen Eröffnung konnten sich die Besucher vor der Alten Kirche bei leckerem Essen, Wein und kühlen Getränken austauschen. Doch viele nutzten noch die Möglichkeit , das Kunstwerk in aller Ruhe zu bestaunen. Die musikalische Umrahmung übernahm der Posaunenchor Dermbach. Interessierte können den Früchteteppich noch bis zum 1. November täglich von 9 bis 18 Uhr besichtigen. (rg)

Kommentare