MGV Ransbach feierte 110-jähriges Bestehen und 25 Jahre Chorleiter Schmitz

Kühles Blondes für Sänger

Verdiente Erfrischung: Der Jubiläumschor MGV 105 Ransbach mit seinem Dirigenten Ralf Schmitz (rechts) gönnt sich nach den Proben gerne ein kühles Blondes. otos: Apel

Ransbach. Gleich zwei Jubiläen begingen die Sänger des Männergesangvereins (MGV) Ransbach am Sonntagnachmittag im vollbesetzten Bürgersaal der Sport- und Kulturhalle. Das 110-jährige Bestehen ihres Chores und das silberne Chorleiterjubiläum ihres seit 1990 amtierenden Dirigenten Ralf Schmitz.

Weil man in Gemeinschaft besser feiert als alleine, hatten sich die Jubilare Gäste eingeladen, die sie mit dem Festgesang von Christian Siegler („Musik, du heilige Kunst“) und einem durchaus anspruchsvollen Lied von Franz Schubert („Nächtliches Ständchen“) begrüßten. Leicht und locker – und dabei immer wieder schunkelnd – ging ihnen das „Bierlied“ von der Zunge, in dem sie das Genießen „eines kühlen, hellen Blonden“ als Krönung eines jeden Sängerabends besangen.

Likörchen fürs Chörchen

Feucht-fröhlich scheint es auch bei dem mit 28 Sängerinnen angetretenen Ransbacher Frauenchor zuzugehen, der das „Likörchen fürs Frauenchörchen“ pries. Aber nicht nur das: Vielfarbig malten die ebenfalls von Ralf Schmitz „trainierten“ Hohenrodaerinnen Bilder vom „Zauber der Südsee“ und vom „Seemann“, dessen Heimat das Meer ist – so gut und beim Likörchen-Lied so fröhlich schunkelnd und dem Dirigenten augenzwinkernd zulächelnd, dass der gebürtige Thüringer ein gut gefülltes Körbchen mit Likörchen opferte und mit seinen Damen auf gute Zeiten anstieß.

Für die Nachbarn aus Schenklengsfeld war der Frauenchor gekommen, für die aus Ausbach der Freie Sängerchor – beide unter der Leitung von Klaus-Dieter Penzel. Während die Damen vor allem für ihre ganz spezielle, ungewohnte Akzente setzende Version des Reinhard-Mey-Liedes „Über den Wolken“ mit Applaus belohnt wurden, kam bei den Herren der unterhaltsame „Fliegermarsch“ sehr gut an, vielleicht deshalb, weil in ihm betont wird: „In der Luft gibt’s keine alten Weiber und keine Schwiegermütter!“

Den Vogel schossen die vom 55 Jahre jungen Jubeldirigenten Ralf Schmitz inspirierten „Albasänger“ aus dem thüringischen Unteralba ab. Mit ihren schönen Stimmen begeisterten die Sieben mit dem anrührenden „Rhönlied“, dem nachdenklichen, den Wert der vergehenden Zeit betonenden Lied „Meines Großvaters Uhr“, und einem wahren Sahnehäubchen: dem „Jägerchor“ aus Carl-Maria von Webers „Der Freischütz“.

Als Moderator des Jubiläumsnachmittags agierte der seit 2006 als Vorsitzender amtierende Hartmut Bonacker. Er bezeichnete es als großen Glücksfall, dass Ralf Schmitz bei einer Wiedervereinigungsfeier für den Verein gewonnen werden konnte. Außerdem hatte Bonacker die ehrenvolle Aufgabe, Glückwünsche, „flache“ und flüssige Geschenke vom Sängerbezirksvorsitzenden Uwe Gippert, von den Gastvereinen, Bürgermeister Andre Stenda und von Sparkassenmitarbeiter Alexander Diel entgegenzunehmen.

Mit dem von den beiden Ransbacher Chören gemeinsam vorgetragenen Abschlusslied „Herr, hab Dank!“ ging die Jubiläumsfeier zu Ende.

Von Wilfried Apel

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