21-Jähriger wegen Schlägen vor Gericht

Kirmesbesuch mit Konsequenzen: Geldstrafe für jungen Eiterfelder

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Eiterfeld. Ein 21-Jähriger aus Eiterfeld ist vom Amtsgericht Hünfeld wegen zweifacher Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft warf dem derzeit Arbeitslosen vor, im August 2015 zu nächtlicher Stunde bei der Kirmes in Leimbach einen 29-Jährigen aus der Großgemeinde Eiterfeld sowie dessen Freundin mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben.

Der Angeklagte gab beide Taten zu. Er begründete sein aggressives Verhalten damit, dass der 29-Jährige zuvor seinen jüngeren Bruder beschimpft und ihn „doof angesprochen und beleidigt“ habe. Die Schläge, zumal gegen das Mädchen, seien im Affekt erfolgt. Die 21-jährige Freundin des Geschlagenen habe ihn zudem im Zuge der Auseinandersetzung auch eine Ohrfeige gegeben. Er habe sie ebenfalls nur mit der flachen Hand geschlagen. Er wisse, dass das Verhalten „eine Dummheit“ gewesen sei und habe sich bei dem Opfer entschuldigt, gab der Angeklagte vor Gericht an.

Der 29-Jährige bestätigte die Entschuldigung, schilderte jedoch den Verlauf des Abends anders. Er sei während der Kirmesfeier von Verwandten des Angeklagten bedroht und beschimpft worden. Als er das seiner Freundin bei einem Gespräch im Eingangsbereich des Festgeländes sagte, habe ihn der Angeklagte unvermittelt einen Fausthieb verpasst. Seine neben ihm stehende Freundin habe versucht, ihn zu schützen und sei daraufhin auch geschlagen worden.

Die ebenfalls als Zeugin befragte Freundin, eine 21-Jährige aus der Marktgemeinde, bestätigte, dass auch ein Cousin des Angeklagten extrem aggressiv gewesen sei. „Aus seinem Mund kamen nur Schimpfworte“, berichtete sie. Ihr Freund habe nichts gesagt, sei aber dennoch geschlagen worden. Um ihn vor weiteren Attacken zu schützen, habe sie versucht, den Angeklagten „wegzuschubsen“.

Als dritte Zeugin brachte die Freundin des Angeklagten eine weitere Version ins Spiel: Sie habe von Beschimpfungen seitens des Vetters nichts gehört und beim Schlag gegen die Freundin des Opfers habe der Angeklagte definitiv nur die flache Hand eingesetzt.

Langes Vorstrafenregister

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft forderte, den 21-Jährigen der Körperverletzung in zwei Fällen schuldig zu sprechen. Sie forderte Geldbußen von 80 und 60 Tagessätzen zu je 20 Euro, die zu einer Gesamtstrafe von 100 Tagessätzen zusammengefasst werden könnten.

Amtsrichter Dr. Szymon Mazur folgte dem Votum der Staatsanwaltschaft prinzipiell. Er verurteilte den Angeklagten zu 100 Tagessätzen, ermäßigte den Satz für den Hartz-IV-Bezieher aber auf 15 Euro. Während die Entschuldigung und das Geständnis strafmildernd zu bewerten seien, spreche das umfangreiche Vorstrafenregister dafür, ihn strenger zu bestrafen. Gegen das Urteil kann noch Berufung eingelegt werden. „Wenn Sie jetzt die Kurve nicht kriegen, dann geht es irgendwann für Sie in Richtung Molzbacher Berg“, verwies der Richter auf die JVA dort. (zi)

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