Regierungspräsidium trifft endgültige Entscheidung – Umweg zum Industriegebiet

Kein Wegweiser nach Eiterfeld

Eiterfeld wird nicht an der B 27-Ausfahrt aufgeführt. Foto: Zimmermann

Eiterfeld. Eiterfeld wird momentan an der B 27-Ausfahrt Hünfeld Nord nicht ausgeschildert – und das soll in Zukunft auch so bleiben. Nach vielen Diskussionen und einem fast zweijährigen Verkehrsversuch hat sich das Regierungspräsidium (RP) Kassel nun endgültig dagegen entschieden.

„Es ist sehr, sehr schade für die Bürger, die unter den Folgen zu leiden haben“, ist der FWG-Fraktionsvorsitzende Theodor Kohlmann sichtlich enttäuscht vom Beschluss des RP. Er setzt sich bereits seit drei Jahren dafür ein, Eiterfeld an der Ausfahrt auszuschildern. Das Schild, das auf Eiterfeld hinwies, wurde beim Anschluss der B 84 an die B 27 mit der Begründung abmontiert, dass zu viele Ortsnamen die Verkehrsteilnehmer verwirren würden. Es gebe eine festgelegte Anzahl an Ortsnamen, die auf Wegweisern stehen dürfen. Auch welche Ortschaften Vorrang vor anderen haben, sei genau festgelegt, bestätigt Cornelia Hasenau von der Straßenverkehrsbehörde in Fulda. Kohlmann stellte deshalb mit seiner Fraktion im Februar 2012 einen Resolutionsantrag an den damaligen Hessischen Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung Dieter Posch (FDP) und bat um eine Ausnahmeregelung.

Touristisches Schild

Demnach sollte Eiterfeld nur einmalig auf der Hinweistafel hinzugefügt werden, denn ab der Ausfahrt am Kreisel Hünfeld Nord ist der Ort schon lückenlos ausgeschildert. Eine Art Kompromiss wurde bereits mit dem touristischen Hinweisschild „Burg Fürsteneck“ getroffen, das das Ausflugsziel „via Eiterfeld“ ausschildert.

Der Schwerlastverkehr fährt wegen der aktuellen Situation erst durch Burghaun und dann über Steinbach und Körnbach, bevor er im Industriegebiet Eiterfeld ankommt. „Einige Lkw-Fahrer müssen anrufen, um nach dem Weg zu fragen“, erklärt Michael Hofmann, Vorsitzender des Eiterfelder Gewerbevereins.

„Das verlängert die Strecke deutlich“, beteuert Kohlmann und verweist auf die Schäden für Wirtschaft und Umwelt. Ein Blick auf den Routenplaner zeigt: 3,2 Kilometer mehr müssen die Lkw-Fahrer auf der Strecke über Steinbach rechnen. „Außerdem gefährdet der Schwerlastverkehr die Sicherheit der Fußgänger in Körnbach, besonders die der Schulkinder“, führt Kohlmann weiter aus.

Verkehrsversuch angeordnet

Die Resolution von 2012 brachte einige Steine ins Rollen: Ein Verkehrsversuch wurde angeordnet. Hasenau erklärt: „Wir haben vom 1. August 2012 bis zum 1. März 2014 probeweise auch Eiterfeld an der Abfahrt ausgeschildert. In diesem Zeitraum haben Hessen Mobil und die Polizei einige Zählungen gemacht, bei denen beispielsweise die Unfallstatistik gemessen wurde und die Verkehrsdichte.“ Danach wurden dieselben Parameter gemessen – ohne Schild. „Für mich ist die Entscheidung einfach nur unverständlich“, sagt der Eiterfelder Bürgermeister Hermann-Josef Scheich.

Von Sophia Redding

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