Zustand der Landesstraßen in Eiterfeld erzürnt Gemeinde und Lokalpolitiker

Jahrelange Rutschpartie

Nicht nur Lastwagen kommen auf der abschüssigen Fürstenecker Straße ins Rutschen: Theodor Kohlmann von der FWG kritisiert den seit Jahren schlechten Zustand der Fahrbahn. Schon mehrfach sei es zu Unfällen gekommen. Neue Schilder weisen seit kurzem auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde und die Schleudergefahr hin. Foto: Maaz

Eiterfeld. „Bei Regen ist es wie auf Glatteis“, sagt Theodor Kohlmann, Vorsitzender der FWG Eiterfeld über die Straßenverhältnisse auf der Fürstenecker Straße (L 3171), der Bahnofstraße/Marktstraße (L 3170) und der Lindenallee (L 3380). Schon mehrfach sei es dort wegen der fehlenden Griffigkeit zu Unfällen gekommen, auch Personen und Tiere wurden bereits verletzt.

Das bestätigt Franz Giebel, Leiter des Rechts- und Ordnungsamtes bei der Marktgemeinde Eiterfeld. Dabei sei die Misere schon seit sechs Jahren bekannt, ärgern sich beide.

Zwischen dem 1. Juni 2014 und dem 1. Juni dieses Jahres habe es laut Polizei in Eiterfeld-Mitte 32 Unfälle gegeben, berichtet Giebel – davon 19 auf der Bahnhofstraße, fünf auf der Fürstenecker Straße und drei auf der Marktstraße. „Und das sind nur die, die der Polizei gemeldet wurden“, so Giebel, der selbst schon Zeuge mehrerer Unfälle war.

Elf Unfälle waren es von Juni 2013 bis Juni 2014, 24 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. „Man kann hier nicht richtig bremsen“, sagt Kohlmann. Insgesamt 34 zusätzliche Schilder säumen seit kurzem die betroffenen Straßen. Sie weisen auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde sowie die Schleudergefahr hin.

Probleme seit 2009

Auch an dem „Schilderwald“ störe sich aber nun mancher Bürger, berichtet Kohlmann. Viele vermuteten wohl verschärfte Tempokontrollen. „Die Sicherheit geht vor“, begründet Franz Giebel das Aufstellen der neuen Verkehrszeichen.

Schon 2009 seien die Probleme bei einer Verkehrsschau durch die örtliche Straßenverkehrsbehörde gemeinsam mit der Polizei und dem Baulastträger, also Hessen Mobil, festgestellt worden. Hessen Mobil sei daraufhin aufgefordert worden, den Zustand zu beheben, sprich: Die Fahrbahn aufzurauen, berichtet Franz Giebel.

Damals wurden provisorische Schilder aufgestellt. Weiter sei bislang allerdings nichts passiert, und auch im aktuellen Maßnahmenkatalog zur Straßensanierung bis 2022 sind die Landesstraßen nicht enthalten. Unterdessen seien die Straßenverhältnisse immer schlechter geworden, meint Theodor Kohlmann.

Eine Griffigkeitsmessung im April dieses Jahres habe für die L 3171 und die L 3380 ein deutlich unter dem Schwellenwert liegendes Ergebnis hervorgebracht.

Hessen Mobil prüft

Den Handlungsbedarf und dass bislang keine Sanierung vor 2022 vorgesehen ist, bestätigt Cornelia Höhl, Sprecherin von Hessen Mobil. Man prüfe derzeit aber die technischen Möglichkeiten sowie die Finanzierungsmöglichkeiten zur Beseitigung der größten Defizite, heißt es. Es bestehe somit durchaus noch Hoffnung auf eine Verbesserung vor dem Jahr 2022.

Drei weitere Unfälle hat es unterdessen seit dem Aufstellen der neuen Hinweisschilder gegeben, so Franz Giebel in der vergangenen Woche.

Von Nadine Maaz

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