Brandstiftungen und schwere Beschädigungen an Hochsitzen in der Region

Hochsitze angezündet: Wer hat die Jäger im Visier?

Dieser mobile Ansitz ist bei Buchenau den Flammen zum Opfer gefallen. In den vergangenen Wochen häuften sich solche Taten. Foto: Karl-Heinz Burkhardt

Buchenau. Seit mehreren Wochen zerstören unbekannte Täter jagdliche Einrichtungen in Revieren im Großraum Buchenau. Hochsitze werden umgestürzt, verbrannt und Teile zersägt. Dabei entsteht nicht nur großer Sachschaden – auch menschliches Leben kann dadurch gefährdet werden. Die Polizei ermittelt.

Offenbar Jagdgegner, so wird derzeit vermutet, treiben bundesweit sowohl in Landes- als auch in Privatforsten, ihr Unwesen. Sie zerstören Hochsitze sowie Jagdeinrichtungen und halten Polizei und Staatsanwaltschaften in Atem.

Acht Taten gemeldet

Allein in den vergangenen Tagen wurden in den beiden privaten Großwaldrevieren von Buchenau acht Taten gemeldet, darunter Brandstiftung, Zerstörung und der Umwurf von Hochsitzen. Thomas Flügel, Jagdpächter eines Revierteils des Waldes von Freiherr von Wilmowsky, war am Tag vor Heiligabend alarmiert worden. Bekannte hatten ihm von aufsteigenden Rauschschwaden über seinem Eigenjagdbezirk „Die Hardt“ berichtet. Die angerückte Feuerwehr konnte das Feuer löschen. „Nur gut, dass derzeit keine Trockenheit herrscht“, sagt Flügel. Denn ansonsten hätte der gesamte Wald Feuer fangen können. Den Sachschaden schätzt er auf 1000 Euro.

Viele Jäger, darunter Jörg Hartmann (Revier Dittlofrod), Fred Reinhard (Revier Buchenau) und der in Buchenau zur Jagd gehende, ehemalige stellvertretende Burghauner Forstamtsleiter Klaus Wolff, zeigen sich fassungslos. Er habe weder eine Erklärung für die Taten noch Verständnis, so Wolff.

Auch im Altkreis Hersfeld sind Brandstifter unterwegs. Am 12. Dezember gegen 16 Uhr brannte eine mobile Waldarbeiterschutzhütte in der Revierförsterei Unterhaun. Zwischen dem 24. und 27. November hatten bereits ein Hochsitz bei Malkomes, ein fahrbarer Stand in der Feldgemarkung Unterweisenborn sowie ein Hochsitz bei Schenklengsfeld gebrannt. Die Polizei in Bad Hersfeld beziffert die Schäden auf rund 3000 Euro.

Die Randalierer setzten mit ihrer kriminellen Energie Menschenleben aufs Spiel, betont Norbert Diener vom Forstamt Burghaun. Dabei sei nach dem neuen hessischen Waldgesetz schon das Betreten einer Jagdeinrichtung verboten.

Im Internet gibt es mehrere Gruppierungen, die die Jagdausübung zu Fall bringen wollen. „Wenn Hochsitze krachen, vergeht euch das Lachen“, heißt es zum Beispiel in verschiedenen Foren, oder: „Heute gibt es Jägerschnitzel“. Ob diese Personen etwas mit den Taten zu tun haben, ist unbekannt. „Wir wissen nicht, aus welcher Richtung die Zerstörungswut im Großraum Buchenau kommt“, sagt Jagdpächter Thomas Flügel. Er unterstreicht, dass Jagdeinrichtungen zur ordnungsgemäßen Jagdausübung und zur Schwarzwildbejagung nötig seien. Die Jagd sei wichtig, um das Wild in einem ausgewogenen Gleichgewicht zu halten, weil natürliche Feinde immer mehr fehlen.

Hinweise an die Polizei

Die Jagdpächter hoffen jetzt, dass Jogger, Reiter und Spaziergänger vielleicht etwas beobachtet haben. Wer Hinweise zu den Taten geben kann, meldet sich bei der Polizeistation in Bad Hersfeld telefonisch unter 06621/9320. (bh)

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