Wahlanalyse: Sozialdemokraten erreichen erstmals nicht die absolute Mehrheit

SPD Hohenroda stürzt ab

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Hohenroda. In der einstigen SPD-Hochburg Hohenroda sind die Sozialdemokraten bei der Kommunalwahl am 6. März erstmals seit der Gebietsreform 1972 unter die 50-Prozent-Marke gerutscht – und das deutlich.

Abgezeichnet hatte sich dieser Trend bereits bei der Kommunalwahl 2011, als die Sozialdemokraten gerade noch 50,1 Prozent der Wähler hinter sich wussten. Nun ist mit 44,9 Prozent das schlechteste Ergebnis eingefahren.

Vorbei sind die Jahre, als die Hohenrodaer SPD auch schon an der 70-Prozent-Marke kratzte – 1985 waren es 68,6 Prozent, 1989 gar 69,5 Prozent und 2001 nochmal 68,9 Prozent.

Seit 2006 geht’s abwärts

Der sozialdemokratische Niedergang vollzog sich in den Jahren zwischen den beiden Wahlen 2006, als die SPD noch auf 65,5 Prozent der Stimmen kam, und 2011 mit 50,1 Prozent. In dieser Zeit etablierten sich die Freien Wähler Hohenrodas, die in 2011 gleich 21,5 Prozent der Stimmen erzielten. Bei der Wahl am 6. März wuchs der Stimmenanteil der Freien Wähler sogar auf 31,3 Prozent an.

Mit Emil Kümmel erreichte ein Freier Wähler am 6. März auch das mit Abstand beste Resultat. Insgesamt 1209 Stimmen erhielt der Mansbacher.

Die 1000-Stimmen-Marke überschritt nur noch der bisherige Erste Beigeordnete Hans-Albert Pfaff (SPD). Für den Ransbacher wurden 1011 Kreuzchen gezählt.

Mit Blick auf die einzelnen Listen fällt auf, dass die bisherigen SPD-Gemeindevertreter Ferdinand Schwab von Platz sechs auf zwei und Monika Mosebach von 19 auf fünf nach vorne votiert wurden.

Bei den Christdemokraten rutschte Silvia Kümmel von sechs auf drei nach vorne und sicherte sich den dritten Sitz. Bei den Freien Wählern wurden Stefan Wuchert von sechs auf drei und Stefan Kümmel von neun auf fünf nach vorne gewählt. Bei der FDP wurde Werner David, der im vergangenen Jahr auch Landrat werden wollte, von Listenplatz zwei auf vier zurückgestuft. Norbert Graus dagegen schoben die Wähler von drei auf eins ganz nach vorn.

An einem Strang ziehen

Wie sich nun die Gemeindepolitik Hohenrodas nach dem Absturz der Sozialdemokraten entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Rechnerisch hätten FWH, CDU und FDP nun zusammen die Möglichkeit, die Muskeln spielen zu lassen. Das wäre mit Blick auf die recht harmonische Kommunalpolitik der vergangenen Jahre aber nicht ratsam. Vielmehr sollten sich die von den Bürgern direkt gewählten Personen weiterhin für ihre Gemeinde einsetzen, damit die Zeiten des Schutzschirms bald der Vergangenheit angehören werden.

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