Workshop und Konzert mit historischen Instrumenten

Musiker aus dem In- und Ausland treffen sich seit über 40 Jahren auf Burg Fürsteneck

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Renaissance-Musik: Seit 42 Jahren gibt es diesen Workshop, bei dem die Teilnehmer unter Leitung von Sabine Cassola (von rechts) und Anke-Christina Müller Renaissance-Musik des 14. bis 18 Jahrhunderts spielen.

Eiterfeld. Seit über 40 Jahren treffen sie sich hier: Sie, die sich der Renaissance-Musik verschrieben und in der Akademie Burg Fürsteneck den richtigen Rahmen für ihre Zusammentreffen gefunden haben. Eine Woche lang haben Musiker und Musikerinnen aus Belgien, Italien, Holland, England, der Schweiz und aus Deutschland gemeinsam intensiv geprobt und schließlich dem interessierten Publikum das überaus gelungene Ergebnis präsentiert.

Der Zuhörer erfuhr mit dem Resultat des Lehrgangs „Musica britannica e transalpina“ einen eindrucksvollen Einblick in die Musik des 14. bis 18. Jahrhunderts, entstanden aus der Sammlung italienischer Madrigale „Musica transalpina“, die Nicolas Yonge im Jahre 1597 mit englischer Textunterlegung seinen englischen Zeitgenossen zum Vergnügen und als Kompositionslehre in Sachen „stile italiano“ herausgegeben hatte – und begab sich damit auf eine musikalische Reise durch vier Jahrhunderte englischer und italienischer Musik.

Eine Besonderheit waren auch die Instrumente. Neben den historischen Streichinstrumenten aus der Familie der Viola da Gamba – auch Gambe oder Kniegeige genannt, weil mit den Beinen gehalten – waren an historischen Blasinstrumenten Blockflöte, Pommer, Dulcian und Posaune zu hören, allesamt Kopien von Originalen, die sich in Museen befinden. Überaus beeindruckend daneben die Stimmgewalt der Sängerinnen und Sänger.

Bemerkenswert auch: Zu dieser Zeit gab es „Notenblätter“ für jede Stimme einzeln; niemand wusste, was der Nachbar zu spielen hatte. Dabei wurden die Noten meist auf Wachstafeln geschrieben, die konnte man im Gegensatz zum Papier, das teuer war, wiederverwenden.

Laien auf hohem Niveau

„Diesen Workshop gibt es seit über 42 Jahren, und er findet hier einmal im Jahr statt. Er wurde 1947 von Ferdinand Konrad gegründet und mir vor zwölf Jahren übertragen“, erzählte die in Rom lebende Sabine Cassola, die mit Anke-Christina Müller aus Hannover den Workshop leitete.

Die Teilnehmer seien fast ausschließlich Laien, allerdings Laien auf hohem Niveau, und die Älteste sei 90 Jahre alt. Die Initiative für diese Lehrgänge sei seinerzeit vom Internationalen Arbeitskreis für Musik in Bramsche ausgegangen.

Aufmerksamer Zuhörer war auch Instrumentenbauer Steffen F. aus Tann. Ihn fasziniert ebenfalls diese frühe Musik, er spielt sie selbst und ist dabei, in Fladungen eine Werkstatt für den Nachbau historischer Instrumente einzurichten.

Das Abschlusskonzert im nächsten Jahr planen die Fürstenecker Organisatoren in Anbetracht der geringen Besucherzahl nicht mehr am Sonntagnachmittag, sondern künftig für den abschließenden Samstagabend.

Von Elfriede Jeuthner

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