Festgottesdienst zum 60 jährigen Bestehen der Evangelischen Kreuzkirche Eiterfeld

Heute sind sie anerkannt

Pfarrer Karl Josef Gruber mit seiner Frau Cornelia Pfeiffer. Im Hintergrund der Chor „Gospel of Joy“ beim Einsingen. Foto: Desoi

Eiterfeld. In der voll besetzten evangelischen Kreuzkirche Eiterfeld herrschte feierliche Stimmung. Vor 60 Jahren wurde diese Kirche erbaut und am 1. November 1955 eingeweiht. Die Festredner, Hermann Josef Scheich (Bürgermeister Eiterfeld), Jürgen Hahn (Bürgermeister Rasdorf) und Alfred Henning (Heimat- und Geschichtsverein) lobten das soziale Engagement und die gute Zusammenarbeit mit der Katholischen Kirchengemeinde sowie der politischen Gemeinde Eiterfeld.

Sehr festlich wurde es, als der Chor „Gospel of Joy“ mit seinen Songs die Herzen der Zuhörer eroberte.

Im Vorraum kann längere Zeit noch die Ausstellung über die letzten 60 Jahre besichtigt werden. Schon in der Festbroschüre zum 50-jährigen Bestehen der Kreuzkirche konnte nachgelesen werden: „In der Reformationszeit gehörte das Gebiet des Kirchspiels Eiterfeld-Rasdorf etwa 40 Jahre überwiegend dem evangelischen Glauben an. Während der Gegenreformation von 1600 bis 1603 durch den Fürstabt Dernbach von Fulda wurde der katholische Glaube teilweise unter Zwang wieder eingeführt. Die wenigen noch evangelisch gebliebenen Einwohner zogen in die benachbarten evangelischen Gebiete zum Beispiel Buchenau, Mansbach, Wehrda und Tann. Die Gemeinden des heutigen Kirchspiels waren 1603 wieder rein katholisch.“

Vor dem 2. Weltkrieg sind es keine 50 Evangelischen, die von Pfarreien in Buchenau betreut wurden und im Haus des Posthalters Schade einmal im Monat Gottesdienst feierten. Ältere Mitbürger erinnerten sich: „Das war in den kalten Wintern eine Tortur, durch den hohen Schnee ins Nachbardorf zum Gottesdienst zu stapfen. Mit nassen Füssen kamen wir dort oft an.“

Nach dem 2. Weltkrieg kamen viele Flüchtlinge und Heimatvertriebene aus Ost- und Westpreußen, Schlesien und Nordungarn. Diese wurden in Eiterfeld, Hünfeld, Großentaft, Rasdorf und Umgebung angesiedelt. Sie wurden zunächst von den Pfarreien in Hünfeld, Buchenau und Mansbach betreut. 1952 wurde ein Hilfspfarrstelle in Eiterfeld eingerichtet.

Amerikaner halfen mit

Amerikanische Soldaten planierten das Grundstück vor der Kirche und hatten in Eigeninitiative 50 000 DM gesammelt und für den Kirchenbau gespendet. Das war 1955. Es entstehen die beiden Kirchengemeinden Eiterfeld und Rasdorf, die sich später zur Evangelischen Kirchengemeinde Eiterfeld-Rasdorf vereinigten.

Eine deutliche Änderung ergab sich durch den Fall des „Eisernen Vorhangs. Aussiedler aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion fanden übergangsweise Unterkunft im Buchenauer Schloss, etliche ließen sich vor allem in Eiterfeld und Arzell nieder. Dadurch wuchs die Evangelische Gemeinde deutlich. Zugleich wurden Protestanten auch mehr anerkannt, der Anpassungsdruck an die katholische Mehrheit ließ nach. Die lebendige Zusammenarbeit der Kirchengemeinden tut ihren Teil dazu, dass Evangelische und Katholische einander anerkennen und wertschätzen.

Von Christa Desoi

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