1200 Jahre Großentaft: Die historischen Stände waren bei den Besuchern beliebt

Wie in guten alten Zeiten

Alte Handwerkskunst: Tobias Jost hat das Korbflechten mit Cousin Michael Krieg von seinem Opa Emil Krieg gelernt.

Großentaft. Seit Tagen wurde in Großentaft gekehrt, gestrichen, geputzt und geschmückt: Das ganze Dorf rüstete sich für die 1200-Jahr-Feier am Wochenende mit Programmpunkten für Groß und Klein.

Los ging es mit der Discoparty im Haus Hessisches Kegelspiel am Freitagabend. Am Samstag fand ein ökumenischer Gottesdienst in der St.-Josef-Kirche statt. Auch dort gab es etwas zu feiern: Den 275. Geburtstag der Kirche. Als Gastredner waren Bischof Prof. Dr. Martin Hein und Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke eingeladen. Nach dem Gottesdienst schloss sich ein gemütliches Beisammensein an mit musikalischer Unterhaltung und Bewirtschaftung im Pfarrgarten.

Die Hauptattraktion am Sonntag war der stehende Festzug. Zur Eröffnung dankten der Vorsitzende des Festausschusses, Harald Hahn, der Schirmherr und Bürgermeister Eiterfelds, Hermann Josef Scheich, und Ortsvorsteherin Christine Volkenand den fleißigen Helfern, die das Fest erst möglich gemacht haben. Die Ausruferin Candida – in Gestalt von Anni Richter – machte mit der Original-Dorfschelle die wichtigsten Programmpunkte bekannt. Jeder „Däfter“ hatte in den vergangenen Tagen seine altertümlichen Schätzchen aus dem Keller gekramt.

Nun wurden sie in den dazugehörigen Innenhöfen präsentiert. Insgesamt gab es rund um den alten Dorfkern 45 Stationen verbunden mit allerlei Attraktivitäten. Besonderes Interesse galt den historischen Ständen: Stuhlflechter, Keltendorf, antike Heuernte, Rechenmacher, Korbflechter, Besenbinder, Schieferdecker, Keltenlager und Dreschen wie vor 65 Jahren.

Viel Zulauf fand der Hüttnerhof „Lene“. Hier gab es feine Handarbeiten in Hessenstickerei und eine umfangreiche Sammlung von Sterbebildchen zu bewundern. Ein Waschtag wie früher ohne Waschmaschine erinnerte an die „guten alten Zeiten“. Das alte Fachwerkhaus aus Lehmwänden mit seinen altertümlichen Möbeln, Herd, Töpfen und Geschirr ist schon eine Attraktion. Hier kann man erahnen, wie hart und arbeitsreich der Alltag früher war.

In der alten Schmiede wurde angefeuert, bis die Eisen glühten. Hier wurden früher die Pferde beschlagen. Gleich nebenan trafen sich die jugendlichen Kreidler-Fans mit ihren „heißen Öfen“. Wer schlecht zu Fuß war, setzte sich in die Treischfelder Bimmelbahn und ließ sich entlang der alten Straße umherfahren. So war der Weg zur alten Straße nicht so lang, wo sich Oldtimerfreunde aus der Umgebung trafen und ihre chromblitzenden „Schätzchen“ sowie alte Traktoren präsentierten. Moderne und historische Rettungsfahrzeuge reihten sich hintereinander.

Den musikalischen Rahmen gestalteten die Trachtenkapelle Großentaft, die Bergmannskapelle Unterbreitzbach und die Musikkapelle Dipperz.

Von Christa Desoi

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