Großentafts ältester Verein

Kyffhäuser-Kameradschaft feierte 125-jähriges Bestehen

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125 Jahre Kyffhäuser Kameradschaft: Der 1. Vorsitzende der Kyffhäuser Kameradschaft Großentaft Harald Hahn (links) feierte zusammen mit dem ehemaligen Vorsitzenden und heutigem Ehrenvorsitzenden Johann Patton.

Grossentaft. Die Kyffhäuser-Kameradschaft ist der älteste Verein in Großentaft. Zum 125-jährigen Bestehen gibt es ein großes Festprogramm.

Die Feier zum 125-jährigen Bestehen begann mit Friedensbotschaften im Festgottesdienst mit Militärpfarrer Achim Patton und Pfarrer Ulrich Piesche und der Kranzniederlegung am Ehrenmal.

Anschließend marschierten die Gäste musikalisch untermalt von der Trachtenkapelle „Hessisches Kegelspiel“ Großentaft mit Fackeln, Fahnen und Standarten zum Dorfgemeinschaftshaus. Viele befreundete Vereine unterstützten aktiv dieses Fest. Neben der Trachtenkapelle waren dies mit musikalischen Beiträgen die Mandolinengruppe sowie der Gemischte Chor Großentaft.

Vorsitzender Harald Hahn begrüßte die Gäste und Karl August Vögler conférencierte sehr charmant durch den Abend. Viele Ehrengäste sprachen ein Grußwort. So der Schirmherr und Bürgermeister von Eiterfeld Hermann Josef Scheich, der ehemalige Bundesvorsitzende Dieter Fischer, der Landesvorsitzende Werner Deubel, der Kreisvorsitzende Alfred Gollbach und die Kreisbeigeordnete Rita Baier. Bürgermeister Scheich dankte dem Verein für die jährliche Gestaltung am Volkstrauertag und mahnte Frieden und Menschenrechte an.

Gerd Thomas hat viele geschichtliche Ereignisse recherchiert und mit einmaligen Bilddokumenten in einer Chronik zusammengetragen. Auf der Dia-Schautafel erkannte so mancher Besucher Großvater oder sogar Urgroßvater. Thomas gab noch viele geschichtliche Infos: Bundesweit wurden am 8. Juni 1786 die ersten Statuten für die Kyffhäuser Kameradschaft im Pommern erstellt. In Großentaft trafen sich am 5. Januar 1890 neunzehn Kameraden - darunter viele Veteranen des Krieges von 1870/71 – um den damaligen „Kriegerverein Großentaft“ zu gründen.

Kriegsheimkehrer auffangen

Es war ein Auffangverein für Kriegsheimkehrer mit ideeller Hilfe. Anfangs durfte nur derjenige Mitglied werden, der im Krieg gedient hatte. Heute hat sich das geändert. 25 Prozent der Mitglieder sind Frauen. Die Gäste erfuhren, dass die Höhepunkte des Vereins in den Anfangsjahren Kameradschaftstreffen und das jährliche Stiftungs-Fest am 1. Sonntag des Jahres waren. Hinzu kam die Feier des Sedan-Tages (2. September). Anfang des 20. Jahrhunderts arbeiteten viele Kameraden in Westfalen. Sie fuhren Ostern weg und kamen erst zur Kirmes wieder heim nach Großentaft. Daher waren Vereinsaktivitäten nur in der Winterzeit möglich.

Die Chronik endet mit dem Satz, der sich wie ein roter Faden durch den Festakt zog: „Unser Hauptanliegen soll auch in Zukunft darin liegen, dass kommende Generationen sich bewusst werden, welche katastrophalen Folgen ein Krieg hat und dass ein solcher nie wieder von deutschem Boden ausgehen darf.“

Von Christa Desoi

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