Ein Besuch des Aussichtsturms lohnt sich zu jeder Jahreszeit

Interessante Einträge in den Gipfelbüchern am Soisbergturm

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Ein Blick ins Gipfelbuch: Hans Bock (links) und Wolfhard Hartmann von der Bürgerinitiative Aussichtsturm Soisberg mit dem aktuellen Gästebuch auf der Aussichtsplattform in 20,46 Metern Höhe.

Soislieden. Nicht nur in den Alpen können sich Wanderer und Kletterer in sogenannten Gipfelbüchern verewigen. Auch am Soisbergturm liegt ein solches Gästebuch schon seit vielen Jahren aus.

„Anstrengender Aufstieg, tolle Aussicht“ oder „Außer Atem, aber es lohnt sich“ steht darin zum Beispiel geschrieben. Die meisten Einträge sind positiv. Viele Schreiber sind sichtlich beeindruckt vom Rundumblick, der sich von dem knapp 25 Meter hohen mit unbehandeltem Lärchenholz verkleideten Turm über die Kreise Hersfeld-Rotenburg und Fulda, aber je nach Wetterlage auch bis nach Thüringen, über das Hessische Kegelspiel oder in die Rhön bietet.

Die Gipfelbücher der vergangenen Jahre geben Aufschluss über die Besucher, erzählen mitunter sogar kleine Geschichten. Einzelpersonen haben sich ebenso verewigt wie kleine und große Gruppen, viele Gedichte und Zeichnungen – von Kinderhand und Erwachsenen – zieren die Seiten, an denen zum Teil schon der Zahn der Zeit genagt hat.

Sogar eine Liebeserklärung zweier Spaziergänger ist unter all den kurzen und langen Einträgen zu finden. Eine Dame schätzt die Wanderung auf den knapp 630 Meter hohen Soisberg als Training für ihre angehenden Therapiehunde. „Es ist wirklich interessant zu sehen, wo die Besucher herkommen und was sie so schreiben“, sagt Wolfhard Hartmann von der Bürgerinitiative Aussichtsturm Soisberg, der schon als Kind auf dem Soisberg unterwegs war, und auch heute immer noch gerne herkommt „wenn es mich packt“.

Die Schreiber stammen nicht nur aus der nahen Umgebung, sondern aus ganz Deutschland, berichtet Hans Bock, der wie Hartmann zu den „Turmvätern“ zählt. Sogar aus den USA hätten sich schon Besucher verewigt.

Nur einem Jugendlichen scheint der Ausflug so gar keinen Spaß gemacht zu haben: „Blöde Scheißidee ...“ hat er geschrieben. Da lacht auch Leonhard Hohmann von der Bürgerinitiative, der die gesammelten Werke aufbewahrt. Die Idee, am Soisberg ein Gipfelbuch anzulegen, hatten die Verantwortlichen der Bürgerinitiative schon beim Turmbau. Mindestens einmal im Monat schauen die Freunde des Aussichtsturms vor Ort nach dem Rechten. Wieviele Bücher seit der Eröffnung 2004 schon vollgeschrieben wurden, sei schwer zu sagen. Denn einige wenige wurden leider auch gestohlen. Wetterfest aufbewahrt wird das jeweils aktuelle Gipfelbuch zusammen mit einigen Stiften in einer Art Briefkasten unten, seitlich am Turm.

Zum Gipfel des Bergs führen verschiedene Wege, zum Beispiel von Soislieden, Ufhausen oder Wehrshausen aus. „Der Soisberg hat zu jeder Jahreszeit seinen Reiz“, verspricht Hans Bock. Im Frühjahr blüht der Lerchensporn, im weißen Winter knirscht der Schnee unter den Schuhen – Gelegenheiten genug für einen Eintrag im Gipfelbuch.

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