Abowind plant zwischen Eitra- und Haunetal – Ende 2016 sollen sich Rotoren drehen

Fünf Anlagen beantragt

Windkraft bei Buchenau: So könnte es nach Meinung von Klaus Göbel einmal aussehen. Fotomontage: Tino Greif/nh

Buchenau. Wenn die Sonne Buchenau und die Schlösser in helles Licht taucht, dann fühlt sich der Besucher wie in einer Idylle. Doch die Buchenauer fürchten, dass das nicht mehr lange so bleibt. Die Firmen Abowind und Synenergie wollen insgesamt 15 Windkraftanlagen am Mahnberg, Dicken Berg und Hauberg errichten (wir berichteten). Abowind hat nun fünf Windkraftanlagen beantragt und jetzt alle nötigen Gutachten vorgelegt. Die Offenlegungsphase, in der Bürger Einwendungen erheben können, läuft ab sofort.

Klaus Göbel, Schlossherr und Vorsitzender des Vereins „WIR in Buchenau im Eitratal“ argumentiert vor allem mit dem Denkmalschutz. Demnach müssten die drei Schlösser besonders geschützt und dürfen in ihrer Erscheinung nicht „gemindert“ werden. Göbel zeigt mit dem Finger auf ein Foto von Buchenau, in das 15 Windräder montiert wurden. „Wenn die tatsächlich aufgestellt werden, ist dem Denkmalschutz nicht Genüge getan.“

Die Fläche, auf der Abowind die fünf Anlagen aufstellen will, umfasst circa zweieinhalb Hektar. Diese wird laut Pressesprecherin Lena Fritsche nicht vollständig geschottert, denn teilweise soll die Fläche wieder zuwachsen – allerdings nicht mit Bäumen, da es immer die Möglichkeit zur Anfahrt und zur Aufstellung eines Krans geben müsse.

Die Entfernungen zu den nächstgelegenen Wohngebieten bewegen sich zwischen 1010 Metern und 1630 Metern. Mit Synenergie ist das Standortkonzept abgestimmt, damit sich die Anlagen so wenig wie möglich beeinträchtigen. Auch eine gemeinsame Zuwegung ist geplant, um den Eingriff in die Natur möglichst gering zu halten. Bei den Windrädern handelt es sich um den Typ Vestas V 126 mit einer Nennleistung von 3,3 Megawatt. Jedes hat einen Rotordurchmesser von 126 Metern und eine Nabenhöhe von 137 Metern.

Wie Fritsche erklärt, ist der Baubeginn im ersten Quartal 2016 geplant. Laut der öffentlichen Bekanntmachung wird damit gerechnet, dass die Anlagen Ende 2016 in Betrieb gehen können.

Das Vorhaben fordert erhebliche Investitionen. Zwar hänge die genaue Summe von vielen Faktoren ab, so Fritsche. „Projektunabhängig rechnen wir aber sehr grob mit zwei Millionen Euro pro Megawatt.“ Die Gemeinde könne von den durch die Anlagen generierten Steuereinnahmen profitieren, heißt es seitens Abowind. Zudem sei man bemüht, „so viele Aufträge wie möglich an lokale Betriebe zu vergeben“.

Klaus Göbel kann all das nicht überzeugen. Doch er weiß, dass sein Argument mit dem Denkmalschutz ein „weiches Kriterium“ ist. Deshalb setzt er auf eine andere Tatsache: Die Mopsfledermaus hat ihre Heimat am nahen Stoppelsberg; nachzuweisen, dass das Tier auch in Buchenau fliegt, ist aber schwierig.

Bürger können den Antrag und die Unterlagen bis 5. August auch im Rathaus in Eiterfeld einsehen. Bis zum 19. August können schriftlich Einwendungen erhoben werden.

Von Sabrina Mehler

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