Der Kindergarten „Panama“ in Arzell feierte jetzt sein 60-jähriges Bestehen

Von Fröschen und Tigerenten

Früher und heute: Viel Spaß haben die Kinder im Kindergarten „Panama“ mit Leiterin Sara Keller. In den Anfangsjahren betreuten noch Nonnen die Kinder (Bild rechts). Foto: Mehler, nh

Arzell. Oh, wie schön ist Panama: Was Tiger und Bär in Janoschs berühmter Geschichte finden, denken sich gewiss auch die Kinder des gleichnamigen Kindergartens in Arzell. Denn die fühlen sich dort pudelwohl. Am vergangenen Wochenende feierte die Einrichtung ihren 60. Geburtstag.

Der Kindergarten ist heute ein gemeindlicher, doch das war nicht immer so, berichtet Leiterin Sara Keller. Einst stand er in kirchlicher Trägerschaft. Nonnen betreuten damals die jüngsten Eiterfelder, und zwar im Kernort selbst. Erst später wurde der Kindergarten ins benachbarte Arzell verlegt. In dem Gebäude im Reckröder Weg ist er noch heute untergebracht. Vor einigen Jahrzehnten ging die Trägerschaft auf die Gemeinde Eiterfeld über.

Heute werden hier 45 Kinder in zwei Gruppen betreut, in der Tigerenten- und der Froschgruppe. Ab September wird jedoch das Konzept geändert: „Dann wird es zwei altersgemischte Gruppen mit je 20 Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren geben“, erläutert Sara Keller. Die Kleinen sollen von den Großen profitieren – und umgekehrt. An drei festen Terminen in der Woche treffen sich die Kinder zudem in Altersgruppen.

Eltern haben in Arzell die Wahl, ob sie ihren Nachwuchs an fünf Tagen in der Woche von 7.30 Uhr bis 12 Uhr in den Kindergarten bringen oder ganztags bis 16.30 Uhr. Derzeit läuft eine Befragung durch die Marktgemeinde, ob diese Alternativen ausreichen.

Sara Keller geht ihrer Beschäftigung mit Leidenschaft nach. Vor drei Jahren hatte die gebürtige Sächsin in Marburg ihre Ausbildung abgeschlossen, im vergangenen Jahr übernahm sie die Leitung des Kindergartens. „Die Arbeit fordert mich im positiven Sinne“, erklärt sie. Eine Beziehung zum Kind und seinen Eltern aufbauen, herausfinden, wie die Kleinen am besten gefördert werden können und was wichtig ist für deren Entwicklung – das sei das Schöne an ihrem Beruf.

Wichtig ist ihr im Kindergartenalltag die Gesundheits- und Ernährungserziehung: Die Kinder putzen hier jeden Tag ihre Zähne, häufig besucht eine Ernährungsberaterin die Einrichtung, und regelmäßig wird gemeinsam gesund gefrühstückt. Zudem achtet Keller darauf, dass sich die Kleinen viel draußen bewegen. Daher ist der Freitag zum Wandern vorgesehen, dabei werden auch verschiedene Einrichtungen wie die Kirche besichtigt. Der Besuch eines Kindergartens sei wichtig, findet Keller. „Er ist eine Ergänzung zum engen familiären Umfeld, denn es braucht viele verschiedene Menschen, um Kinder zu erziehen.“

Von Sabrina Mehler

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