Ökumenisches Projekt zum Paulus-Brief mit Ausstellung in Eiterfeld

Figuren erklären die Bibel

Susanne Vollmer beim Dekorieren der Egli-Figuren: Etliche davon hat sie selbst gefertigt. Egli-Figuren sind zum Formen und Gestalten konzipiert, um als Medium für Botschaften zu dienen. Egli-Figuren haben keine Gesichter und so kann sich der Betrachter selbst wiederfinden. Foto: Desoi

Eiterfeld. Die katholische sowie die evangelische Kirchengemeinde Eiterfeld verwirklichen gerade ein ökumenisches Projekt. Im Mittelpunkt steht der Paulus-Brief an die Gemeinden in Galatien und die damit verbundenen Freiheitsforderungen. Die Ausstellung läuft im alten Amtsgericht Eiterfeld noch bis zum 20. September.

Die Ausstellung ist im Rahmen der ökumenischen Bibelwoche entstanden, die sich jedes Jahr mit einem Text oder Buch aus der Bibel beschäftigt. In diesem Jahr ist es der Galaterbrief von Paulus. Durch den Egli-Figurenarbeitskreis und die darin aktive Leimbacherin Susanne Vollmer wurde diese Wanderausstellung nach Eiterfeld gebracht.

Egli-Figuren sind biblische Erzählfiguren. Diese stellen in 14 Szenen die wichtigsten Aussagen des Galater Briefes dar. Zu diesen Szenen gab Susanne Vollmer eindrucksvolle Erklärungen.

Auch bei den Urgemeinden der Christen gab es Richtungsstreitigkeiten. Gegenüber den Gemeinden in Galatien verteidigt Paulus vehement seine Überzeugung, dass für eine offene Gottesbeziehung keinerlei Befolgung von Gesetzen, insbesondere der jüdischen Ritualgesetze, erforderlich sei. Allein der Glaube, dass durch Jesus Christus die Beziehung zu Gott geheilt sei, reiche. Das löste in der frühen Christenheit eine Art Kulturkampf aus, weil ein Teil der Christen aus dem Judentum kam und auch von den aus nichtjüdischen Religionen und Kulturen stammenden Christen die Befolgung der jüdischen Gebote erwartete. Paulus wehrte sich gegen diese Forderung und verlangte als Konsequenz dieses Glaubens eher ein zu Jesus Christus passendes Verhalten, das sich in Taten und Worten der Liebe zeige.

Führungen möglich

Dechant Markus Blümel, Pfarrer Karl Josef Gruber und Susanne Vollmer eröffneten unter großem Beifall die Vernissage. Die Ausstellung ist bis 20.9. zu besichtigen im alten Amtsgericht Eiterfeld. Wird eine Führung für eine Gruppe gewünscht, kann sich diese bei Pfarrer Gruber unter Telefon 06672/488 anmelden.

Anfang des Jahres 2016 ist eine inhaltliche Bibelarbeit zu diesem Thema geplant. In den anderthalb Tagen dieses Arbeitskreises werden zwei Egli Figuren erarbeitet. Anmeldung bei Susanne Vollmer, Telefon 06672 / 919440. (chd)

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