Fränkisches Theater Schloss Maßbach begeisterte mit „Die 39 Stufen“ in Eiterfeld

Fränkisches Theater: Feine Ironie im Verschlag

Sie schlüpften in 19 Rollen wie Polizist, Wahlleiter, Bauer und Vertreter: (von links) Lisa Oertel, Ingo Pfeiffer, Markus Schmädicke, Georg Schmiechen auf der Bühne in Eiterfeld. Foto: Desoi

Eiterfeld. Mit der Krimikomödie „Die 39 Stufen“ von John Buchan und Alfred Hitchcock scheint das Fränkische Theater Schloss Maßbach den Geschmack der Eiterfelder getroffen zu haben.

Richard Hannay (Ingo Pfeiffer) bastelt gemütlich an seiner Modelleisenbahn. Das alles in einem Lattenverschlag im Keller in eines typischen Mietshauses. Dieser brave Mann, nichts Böses ahnend, wird durch die Geheimagentin Smith (Lisa Oertel) in seiner Ruhe gestört. Sie ist auf der Flucht und kann eine wichtige Botschaft an Professor Jordan (Georg Schmiechen) nicht weitergeben. Erst recht nicht, als sie hinterrücks mit einem Gartenschlauch erdrosselt wird. Spätestens jetzt ist Hannay in die Agentenscene involviert. Es bleibt ihm nichts als die Flucht zum Professor.

Der brave Hannay entwickelt eine unglaubliche Energie und eisernes Durchhaltevermögen, um die vielen Kilometer per Zug und zu Fuß zurückzulegen. Inzwischen wird er polizeilich als „Schlauchmörder“ gesucht und sein Gesicht ist auf der Titelseite jeder Zeitung zu sehen. Kein Polizist (Georg Schmiechen) oder Polizeichef (Markus Schädicke) kann ihn aufhalten. Geschickt und gekonnt verkörpern die drei Schauspieler Oertel, Schmiechen und Schmädicke ganz unterschiedliche Persönlichkeiten.

Viele Kleiderwechsel sind von Nöten um Pamela, Margarete, Jordan, Vertreter, Zeitungsjunge und 16 weitere Personen in unterschiedlichen Berufen darzustellen. Die damit verbundene Persönlichkeitsveränderungen fallen den Dreien genauso leicht, wie das Kleiderwechseln.

Mit feiner Ironie und kräftiger Theateraktion wird die Geschichte des unschuldig in einen Mord verwickelten Mannes erzählt, dem es schließlich gelingt, den Chef der feindlichen Spionageorganisation zu stellen und sein Land zu retten.

Niemals banal

Das sagte Altmeister Hitchcock zu seinen Theater und Filmkrimis: „Filme zu drehen, das bedeutet für mich zuerst und vor allem, eine Geschichte zu erzählen. Diese Geschichte darf unwahrscheinlich, aber sie darf nie banal sein. Sie sollte dramatisch und menschlich sein. Das Drama ist ein Leben, aus dem man die langweiligen Momente herausgeschnitten hat.“

Von Christa Desoi

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