Tosender Beifall für „Liebeslust und Wasserschaden“

Theater in Dittlofrod: Ein Faible für Sprachwitz

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Organisiertes Chaos: Was passiert, wenn die Handwerker kommen und alles durcheinanderwerfen und dann dazu noch Liebeswirren mitspielen, das führte die Theatergruppe Dittlofrod sehr vergnüglich vor.

Dittlofrod. Das Publikum tobte, und die Schauspieler ernteten tosenden Beifall für die erste Aufführung der diesjährigen Theatersaison in Dittlofrod. Das Stück „Liebeslust und Wasserschaden“ von Hans Schimmel war wie zugeschnitten auf die Laienschauspieler.

Schon vor Veröffentlichung der Theatertermine waren die Karten für die vier Vorstellungen ausverkauft. Die Theatergruppe Dittlofrod hat Fans bis nach Bad Hersfeld, Rotenburg und Friedewald, die seit 20 Jahren die Treue halten und keine Veranstaltung verpassen.

Was da so selbstbewusst, volksnah und gespickt mit derben Witzchen herüber kommt, ist mit viel Arbeit in der Vorbereitung verbunden. 45 Proben waren neben Bühnenaufbau, Stückauswahl und Kartenvorverkauf nötig, um so zu beeindrucken. Zwei der Rollen amüsieren in facettenreicher Sprechweise: dem Rhöner Platt mit eigenem Faible für Sprachwitz.

Kissen in „Hab-Acht-Stellung“

Jeder von uns kennt das: die Handwerker kommen, schimpfen auf die Handwerker, die vor Jahren hier gewerkelt haben und reißen erst mal alles ab. So läuft das auch in der leidenschaftlichen Beziehungskomödie auf der Bühne. Besonders spannend wird das, wenn die Wohnung einem pingeligen, pedantischen Lohnbuchhalter wie Siegfried gehört, der in seiner Freizeit mit Staubtuch und Putzlappen hantiert. Selbst die Kissen bringt er nach Benutzung wieder in „Hab-Acht-Stellung". Er fühlt sich auf Abwegen, wenn er ohne Fliege oder Krawatte aus dem Haus geht.

So einen durchgeplanten Alltag bringen zwei Klempnerinnen (Mechthild und Susi) und zwei Elektriker (Peter und Winfried) ganz schön ins Wanken. Trost findet Siegfried bei Schwester Rita und seinem ebenfalls introvertiertem Freund und Junggesellen Kalle.

Trotz seiner Sprachhemmung, hat seine Untermieterin Katrin ein Auge auf ihn geworfen. Aber sein Stottern, wenn er eine Frau erblickt, tut fast weh. So viel Chaos auf einmal, da können auch die Vermieterin Maria oder die Nachbarin Emilie nicht mehr vermitteln. Erfrischend platzt die junge Postbotin ab und zu in die Runde und übergibt ihre Post mit Poesie verzierten Versen.

Die gefühlte Achterbahn, die Siegfried durchmacht, geht rasch auf das Publikum über und alle fiebern mit. Die Leidenschaft für das Theaterspiel erfasst schnell den ganzen Saal.

Leider gibt es keine Karten mehr für die letzten zwei Veranstaltungen am 27. und 28. Februar. (chd)

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