Festgottesdienst und Empfang zu 110 Jahre Gesangverein Cäcilia 1905 Eiterfeld

„Ein Traum, wenn ihr singt“

Die Geehrten und die beiden Vorsitzenden: (von links) Waltraud Schneider, die Erste Vorsitzende Birgit Schwab, Maria Kohlmann, Wolf-Dieter Hecker, Hildegard Burkard, Werner Neumann, Marianne Hecker, Hildegard Trabert, der Zweite Vorsitzende Reinhard Richter und Gisela Wanke. Foto: Jeuthner

Eiterfeld. Das Jubiläumsprogramm begann mit einem Festgottesdienst zu Ehren des Gesangvereins Cäcilia 1905 Eiterfeld, einer Geburtstagsmesse sozusagen, erklärte Dechant Markus Blümel in der imposanten St. Georgs-Kirche. Und viele Menschen waren gekommen, um mit dem Chor zu singen und dessen 110. Geburtstag zu feiern. Blümel nahm diese Feier zum Anlass, die Gläubigen aufzufordern, eingefahrene Wegwerfgewohnheiten doch einmal zu überprüfen, um künftig kritischer zu „sortieren“.

Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle aktiven und passiven Mitglieder sowie Freunde und Gönner des Gesangvereins ins Katholische Pfarrzentrum zu einem festlichen Empfang eingeladen. Die Erste Vorsitzende Birgit Schwab führte durch das Programm und betonte, dass Singen eine besondere Art der Freizeitgestaltung sei, die Freude machen und Freunde schaffen könne. Sie wünsche sich, auch die Jugend für den Chorgesang begeistern zu können, um so Nachwuchssorgen zu begegnen und fügte mit einem Lächeln hinzu, dass die Proben immer freitags um 19.30 Uhr im Pfarrzentrum stattfinden. „Es ist ein Traum, wenn ihr singt“, schwärmte Dechant Markus Blümel in seinem Grußwort und gab an, dass man singend doppelt bete und darum auch im Psalm 104 zu lesen sei: „Ich will dem Herrn singen, solange ich lebe …“

Pfarrer Karl-Josef Gruber dankte den Mitgliedern des Chores für die Mitwirkung auch in seiner Gemeinde. Erwiesen sei ja mittlerweile, dass Gesang ganz andere Hirnregionen als die üblichen anspreche. Alte Menschen, von der „Krankheit des Vergessens“ betroffen, erinnerten sich plötzlich wieder – mit und durch Gesang. Aber das müsse „angepflegt“ sein, das komme nicht einfach so.

Der zweite Vorsitzende Reinhard Richter ließ die Aktivitäten des Chores in einer beeindruckenden Bilderschau Revue passieren und bedauerte, dass mit den Aufzeichnungen erst im Jahr 1955 begonnen wurde. Erfreulicherweise wurden die Geschehnisse der Jahre davor mündlich überliefert. Die Chronik zeigte ein wechselvolles und vielfältiges Vereinsleben auf, das sich längst nicht nur auf den Chorgesang beschränkte.

Die Gründung des Gesangvereins ist der Überlieferung zufolge vor 110 Jahren auf den Besuch des damaligen Bischofs zurückzuführen. Zwölf bis 15 sangesfreudige Männer hatten sich zusammengetan, um diesem Gottesdienst einen feierlichen Rahmen zu geben und „fortan den mehrstimmigen Kirchengesang und das entsprechende Liedgut zu pflegen“. Daraus ist eine Chorgemeinschaft entstanden, die heute mit knapp 40 Sängerinnen und Sängern und dem jungen sehr engagierten Chorleiter Erik Reinhardt mit hohem Anspruch und überragendem Niveau überzeugt.

Zu Gast war auch der Landrat des Landkreises Fulda, Bernd Woide. Er überbrachte dem Jubiläumschor die Silberne Ehrenplakette des Landes – „aus Anlass des 110-jährigen Bestehens und in Anerkennung der Verdienste um die Pflege der deutschen Musik“.

Von Elfriede Jeuthner

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