Wartungsarbeiten an der Midal-Gasleitung zwischen Arzell und Eiterfeld

Dicht und sicher

In sechs Metern Tiefe unterquert die Midal-Gasleitung die Straße von Eiterfeld nach Arzell. Wegen der Wartungsarbeiten muss sie freigelegt und neu eingebettet werden. Noch bis zum 21. August bleibt die Straße vermutlich gesperrt. Fotos: Zimmermann

Arzell. Zwischen Arzell und Eiterfeld wird derzeit an der Midal-Gasleitung gearbeitet. (wir berichteten). Dabei geht es nicht um die Beseitigung aktueller Probleme, sondern darum sicherzustellen, dass die Leitung weiterhin dicht und sicher ist, erläuterte Gascade-Sprecherin Nicola Regensburger bei einem Besuch auf der Baustelle.

Derzeit wird an vielen Orten entlang der Midal-Gastrasse gebuddelt. Die Leitung wurde vor gut 20 Jahren verlegt, und bei den regelmäßigen Untersuchungen gibt es immer wieder mal Hinweise auf Schwachstellen in der Ummantelung der 800-Millimeter-Rohre. „Das sind keine undichten Stellen, sondern nur Hinweise darauf, dass die Außenschicht aus Polyethylen beschädigt sein könnte“, so Regensburger.

Rohr unter der Straße

In Arzell ist Josef Ranzinger der Mann der Tat: Der 50-Jährige ist als Polier für die niederbayerische Firma Streicher für die Baustelle zuständig. Sein Augenmerk gilt den rund 60 Metern Leitung, die die Straße unterqueren. Denn die wurden, wie vor 20 Jahren üblich, in einem „Mantelrohr“ verlegt: Das 120-Zentimeter-Rohr wurde unter der Straße durchgepresst, später kam die Gasleitung hinein, der Leerraum zwischen den Rohren wurde mit einer Dichtmasse gefüllt.

Um jederzeit die Unversehrtheit der Rohrummantelung prüfen zu können, legt Gascade einen sehr schwachen Strom auf den Stahl des Gasrohrs. Lässt sich an den Erdungskabeln der Messpunkte ein Stromfluss messen, so weist dies auf eine Beschädigung der Schutzschicht hin. Solche Schwachstellen lassen sich allerdings in den mit Mantelrohren geschützten Bereichen der Leitung nicht genau lokalisieren. Daher werden die betroffenen Stellen aufgegraben.

„Wir trennen die Mantelrohre an beiden Seiten auf, sodass wir sie jeweils in Halbschalen herausnehmen können“, erklärt Ranzinger. Dafür muss die Straße rund sechs Meter tief aufgegraben werden. Dann beginnt die eigentliche Suche nach der Schadstelle. So, wie man bei einem defekten Fahrradschlauch ordentlich Luft hineinpumpt, um das Loch zu finden, wird ein stärkerer Strom an die Leitung gelegt, der dann hilft, die Schwachstelle zu finden.

Dann wird das freigelegte Gasrohr außen gereinigt und mit einer neuen Polyethylen-Schutzschicht umhüllt. Beim Neuverlegen wird dann auf das Mantelrohr verzichtet. Stattdessen wird die Leitung rundum in Sand gebettet, bevor das verbleibende Erdreich aufgefüllt wird.

Auch wenn in anderen Bereichen des Midal-Netzes der Gasstrom während der Arbeiten abgeschaltet wurde, wird das Rohrsystem bei Arzell aus technischen Gründen nicht gasfrei gemacht. „Hier wird derzeit nur der Leitungsdruck von normalerweise 80 auf 40 Bar reduziert“, so Ranzinger.

Um die Sicherheit der Leitung garantieren zu können, untersucht Gascade die Gasleitungen auch von innen. Die Rohre werden regelmäßig mit einem sogenannten Molch geprüft. Dabei verwenden die Pipeline-Spezialisten ein Gerät, das genau den Durchmesser des Leitungssystems hat und das durch das Netz geschickt werden kann, um Bilder und Messdaten zur Innenbeschaffenheit der Rohre und der Schweißnähte zu liefern.

Von Hartmut Zimmermann

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