Fränkisches Theater Schloss Maßbach gastierte in Eiterfeld mit Eugene O'Neills „Ein Mond für die Beladenen“

Theater Schloss Maßbach: Derbe Sprüche, weicher Kern

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Das Eiterfelder Publikum hat „seine“ Theatermacher aus Schloß Maßbach schon fest ins Herz geschlossen. Noch trägt Josie (Inka Weinand) die Maske eines verluderten Weibes mit rüdem und losem Mundwerk. Das wird sich in der kommenden Nacht mit dem Verpächter James (Markus Schmädicke, rechts) ändern. Vater Phil (Eike Domroes) steht dabei und überlegt, wie er die Beiden verkuppeln kann.

Eiterfeld. Ohne das Fränkische Theater Schloss Maßbach wären die Herbst- und Winter Monate in Eiterfeld farbloser. Mit dem Stück „Ein Mond für die Beladenen“ von Eugene O‘Neill in der Inszenierung von Rolf Heiermann spielten sich die Theatermacher in die Herzen der Zuschauer. Viel Applaus war ihr Dank.

Josie (Inka Weinand) und ihr Vater Phil (Eike Domroes) sind Pächter eines steinigen Landstücks mit schlechten Bodenwerten. Die Arbeit ist hart, der Ertrag gering. Dementsprechend derb ist der Umgang und die Sprache zwischen Vater und Tochter. Beide werfen mit Kraftausdrücken nur so um sich.

Drei Söhne hat Phil schon vergrault. Die Tochter wird es wohl auch nicht lange bei ihm aushalten. Zumal Phil ein Intrigant par excellence ist. Es sind tiefe Existenzängste, die ihn Nachbar Harder (Georg Schmiechen) mit derben Sprüchen, Gewaltandrohungen und unwahren Beschuldigungen erfolgreich vom Hof jagen lassen.

Eine Nacht im Mondlicht

Dagegen würde er gerne seinen vermögenden Verpächter James (Markus Schmädicke) mit Josie verkuppeln. Die nächtliche Verabredung der Beiden steht. Doch die Nacht im Mondlicht hat ihre Eigendynamik. Josie hat zwar ein rüdes, loses Mundwerk und trägt die Maske eines verluderten Weibes, tief in ihrem Herzen aber fühlt sie Zärtlichkeit und Mitgefühl für James.

James Frauenkenntnisse beruhten bisher auf Kontakten mit Prostituierten unter Einfluss von Alkohol. Er achtet Josie und bringt es nicht fertig, sie in sein verlottertes Leben zu ziehen. So erleben die Beiden eine Nacht mit Tiefgang, vielen Gesprächen, Geständnissen und Offenbarungen - aber ohne Sex. Nach dieser unvergesslichen Nacht im Mondlicht gehen sie wieder auseinander.

Die Akteure spielten bravourös und ausdrucksstark und neben Zwischenapplaus gab es lang anhaltenden Endapplaus. Das Bühnenbild gestaltete Anita Rask Nielsen.

Krimikomödie im Januar

Die Fans des Fränkischen Theaters dürfen sich schon auf die nächste Vorstellung am 4. Januar im Bürgerhaus Eiterfeld freuen. Es geht weiter mit der Krimikomödie „Die 39 Stufen“ von John Buchan und Alfred Hitchcock. Besonders die ortsansässigen Theatergruppen könnten sich viel von den exzellenten Profis aus Maßbach abgucken.

Von Christa Desoi

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