Limousin-Züchter informierten sich bei Wigbert Jost in Großentaft

Zu Besuch auf der Weide

Züchter unter sich: Bei Wigbert Jost in Großentaft wurden die Weiden und dessen Limousin-Herde besichtigt. Im Hintergrund ist der Kleinberg zu sehen. Foto: Desoi

Großentaft. Gab es wenige Tage zuvor zur 1200-Jahrfeier auf dem Hof von Wigbert Jost noch Vorführungen mit der antiken Dreschmaschine, so waren kürzlich bei einer Hofbesichtigung die neuesten Erkenntnisse und Zahlen über die Bullenzucht und Limousin-Herden gefragt.

Über 50 Besitzer von Limousin-Tieren waren zum Erfahrungsaustausch nach Großentaft gekommen. Die Anfahrtswege reichten von Witzenhausen bis Modauthal. Offiziell eingeladen hatte der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, die Zucht- und Besamungsunion Hessen. Gestaltet wurde das Treffen von Wigbert Jost.

Der Betrieb ist seit Generationen ein landwirtschaftliches Familienunternehmen und betreibt seit 2006 ökologische Landwirtschaft. Jost gab zunächst eine paar allgemeine Infos zur Begrüßung („Wir befinden uns mitten im Hessischen Kegelspiel, mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 9,5 Grad und einer Niederschlagsmenge von 400 bis 700 Litern.“), bevor er speziell auf seinen Betrieb zu sprechen kam. Auf 25 Hekar Grünland und 14 Hektar Ackerland werden 40 Tiere der Sorte Limousin gehalten und gezüchtet, darunter 20 Kühe und ein Bulle.

Bei über 30 Grad wurden die Tiere und die Weiden besichtigt. Zuchtleiter Jost Grünhaupt von der Zucht- und Besamungsunion Hessen fand nur lobende Worte, auf Auktionen und Fleischleistungsprüfungen gebe es stets die besten Bewertungen und Ergebnisse. Bei diesen Prüfungen werden die Rückenbreite, tägliche Zunahme, Keulengröße, Fundamente, Bemuskelung und die Länge der Mittelhand bewertet. An der Herde von Jost könne man sehen, dass konsequent über zehn Jahre hinweg mit Top-Bullen gezüchtet wurde.

Bei vorzüglicher Bewirtung auf dem Hof „Hansjerres“ gab es schließlich noch Wissenswertes über den derzeitigen Leistungsstand der 60 Betriebe mit etwa 1000 Kühen in Hessen zu erfahren. Die große Nachfrage auf dem Markt und die hohe Qualität der Limousin-Tiere ließen auch für die Zukunft gute Verkaufschancen erwarten. Besonders, wenn der Zuchtfortschritt weiter so voranschreite wie bisher. Auch bei den Exporten, besonders nach Italien, stehe die Anfrage nach der Rasse Limousin ganz oben. als Experte war neben Grünhaupt Zuchtinspektor Christian Solzer zu Gast. Alle Statistiken weisen Spitzenpreise bei der Vermarktung von Limousin Tieren aus.

Der Top-Limousin Bulle mit Spitzenwerten in Hessen ist „Bolto“ von Dietrich Droeser aus Wehrheim im Taunus. Droeser: „Ich habe den Bullen von Kohlmann aus Buchenau bei einer Auktion in Alsfeld gekauft. Er hat mir gleich gefallen. Inzwischen hat er 36 Nachkommen“. Bei allen Vorträgen war der Appell an das Tierwohl durchzuhören.

Wer weitere Informationen über Limousin-Tiere haben möchte, kann sich an Wilhelm Valkiner, den Vorsitzenden der Interessengemeinschaft wenden, Telefon 0160/4755179. www.Limousin-Hessen.de

Von Christa Desoi

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