39-Jähriger bei Après-Ski-Party schwer verletzt

Ein Arrest und eine Geldstrafe: Gericht verurteilt Eiterfelder Brüder für Schläge

+

Eiterfeld. Wegen einfacher Körperverletzung hat das Jugendschöffengericht beim Amtsgericht Fulda einen 22-Jährigen aus Eiterfeld verurteilt. Er muss eine Geldstrafe zahlen. Sein jüngerer Bruder muss ebenfalls wegen einfacher Körperverletzung – in einem anderen Fall – für eine Woche in den Jugendarrest.

Die Delikte waren gemeinsam verhandelt worden, da vermutet worden war, dass der ältere Bruder an beiden Taten beteiligt gewesen sei.

Am Abend der Eiterfelder Après-Ski-Party im Juli 2015 waren der jüngere, damals 17-jährige Angeklagte und ein 39-jähriger Rettungssanitäter aus Hohenroda aneinandergeraten. Richter Christoph Mangelsdorf und Staatsanwältin Christina Dern arbeiteten in der Befragung diverser Zeugen heraus, dass es gegen 22 Uhr auf der Toilette zu einem Streit zwischen dem Angeklagten und dem späteren Opfer gekommen war. Dort hatte der Hohenrodaer den Jugendlichen und einige Freunde ermahnt, „keinen Scheiß“ zu machen. Im Verlauf des Abends, so der Rettungssanitäter, sei es immer wieder zu Wortgefechten mit dem 17-Jährigen gekommen.

Geschlagen und getreten

Gegen 0.30 Uhr wollte sich der 39-jährige nach einem alkoholreichen Abend – eine spätere Messung ergab 2,14 Promille – abholen lassen. Am unbeleuchteten Weg zum Parkplatz habe er gehört, wie eine Gruppe hinter ihm hergelaufen sei. Der Angeklagte, den er an der Stimme erkannt habe, habe ihm etwas wie „Das machst Du nicht mit mir“ zugerufen. Dann sei er von hinten in die Beine getreten und nach Faustschlägen ins Gesicht zu Boden geworfen und getreten worden, und sei kurz bewusstlos geworden. Die Folge: Gehirnerschütterung, Prellungen, zwei Tage zur Beobachtung im Krankenhaus.

Aufgrund der Aussagen des Opfers bekam der 17-Jährige eine Vorladung – und sagte nach Aussagen des den Brief übergebenden Polizisten, auch sein älterer Bruder sei bei der Tat dabei gewesen. Dieser, vertreten von Rechtsanwalt Jörg-Thomas Reinhard, erklärte, er sei zu dieser Zeit nach einem Fußballspiel bei einer anderen Feier gewesen.

Die Zeugen bestätigten, dass der damals 21-Jährige nicht bei der Eiterfelder Après-Ski-Party war. Dieser Einschätzung folgte auch Staatsanwältin Dern. Das Gericht verurteilte den jüngeren Bruder, der ausgesagt hatte, den Hohenrodaer ein Mal mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben, zu einer Woche Jugendarrest.

Dem älteren der Brüder warf die Anklage vor, bei der Eiterfelder Kirmes im August 2015 einen 31-Jährigen aus dem Ort, der völlig betrunken war, grundlos mehrmals ins Gesicht geschlagen zu haben. Das bezeugte die Besatzung eines Rettungswagens. Der Angeklagte entschuldigte sich, was Richter Mangelsdorf als positiv wertete, er verwies aber darauf, dass der Angeklagte bereits wegen Körperverletzung über Vorstrafen verfüge. Das Gericht verurteilte den Straßenbauer zu 50 Tagessätzen à 25 Euro. Er muss auch die Gerichtskosten tragen. (zi)

Kommentare