Fränkisches Theater gastiert mit Stephen Kings „Misery“ in Eiterfeld

Achterbahn der Gefühle

Sandra Lava (als Annie) und Ingo Pfeiffer (als Bestsellerautor Paul), begeisterten das Eiterfelder Publikum mit „Misery“. Foto: Desoi

Eiterfeld. Das Fränkische Theater Schloss Maßbach hat mit seiner Aufführung „Misery“ die Eiterfelder Theatersaison 2015/2016 eröffnet.

Zwei phantastische Theater-Profis, Sandra Lava (als Annie) und Ingo Pfeiffer (als Bestsellerautor Paul), zogen das Eiterfelder Publikum mit „Misery“ zwei Stunden lang in ihren Bann. Auf der Bühne geschah Unglaubliches in diesem Thriller nach Stephen King, inszeniert von Simon Moore. Dabei fuhren die Gefühle der Zuschauer Achterbahn.

Paul weiß bald nicht mehr, ob es Glück oder Pech ist, dass die unberechenbare Anni ihn nach einem schweren Autounfall in ihr abgelegenes Häuschen aufnimmt. Sie pflegt ihn und seine gebrochenen Beine. Die examinierte Krankenschwester ist ein Fan Pauls und kennt jedes seiner Bücher. Besonders die Kitschromanserie „Misery“.

Aber das abgelegene kleine Häuschen, in dem Annie einsam lebt, hat sie überspannt und psychisch instabil gemacht. Sie drangsaliert den hilflosen Paul. So soll dieser seinen neuen Roman nach ihren Vorstellungen schreiben. Sie gibt Rollenverhalten und Inhalt vor. Paul hat dazu nur noch die schriftstellerische Form zu liefern.

Annis Mund spricht von Liebe zu Paul. Ihre Taten zeugen von krankhafter, geistesgestörter Eigenliebe. Sie kappt die Telefonleitung und vereitelt alle Suchaktionen nach dem Autor. Widerspricht Paul, gibt es Schmerzmittelentzug. Nach zwei Fluchtversuchen Pauls hackt Annie ihm kurzerhand einen Fuß ab. Selbst schuld, er hätte doch freiwillig bleiben können.

Eben ein echter Stephen-King-Thriller. Angeblich schläft der nachts in Embryo Stellung. Angeblich hat er Angst, dass ihm nachts jemand an die Beine will. Seine Bücher – eine Selbsttherapie für den Autoren? Die Antwort wäre zu einfach. Das Stück hat Simon Moore mit hoch intelligenten und spritzigen Dialogen gewürzt. Der Text von Simon Moore ist von Stephen King selbst autorisiert.

Gekonnt nehmen Lava und Pfeiffer die Zuschauer von der ersten Minute an mit. Große Emotionen entladen sich da auf der Bühne. Voller Spannung, Witz und Gruselschauer vergehen die zwei Stunden Theater wie im Flug.

Von Christa Desoi

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