Verkehrssicherheitstag an der Werratalschule

Beim Verkehrssicherheitstag an der Werratalschule in Heringen gab es viel Lehrreiches, aber vor allem auch viel zum selbst Erleben und Ausprobieren. Foto: nh

Heringen. Einen groß angelegten Verkehrssicherheitstag gab es kürzlich an der Werratalschule, um die künftigen Auto- und Motorradfahrer für die Gefahren und Risiken zu sensibilisieren, die auf der Straße lauern oder die sie gar durch überhöhte Geschwindigkeit, den Konsum von Alkohol oder die Bedienung eines Handys selbst zu verantworten haben.

Rund 140 Schüler der höheren Haupt- und Realschulklassen sowie der gymnasialen Oberstufe durchliefen in zwölf Gruppen einen interaktiven Parcours. Besonders eindrücklich waren die Tests und Simulationen, die die Jugendlichen am eigenen Leib erfuhren. So konnten sie an der Station des „Bundes gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr“ in einem Pkw-Fahrsimulator ihre Reaktionsfähigkeit testen, und zwar nüchtern und unter simuliertem Alkoholeinfluss.

Fähigkeiten überschätzen

Am Infostand der Polizei ließ Polizeioberkommissarin Carmen Brandes die jungen Leute mittels eines sogenannten Agility-Boards ihre Reaktionsfähigkeit mit und ohne Einschränkungen erproben. Arthur Möller von der Stiftung zur Vermeidung von Verkehrsopfern in Deutschland ließ sie auf einem Reziprokfahrrad erkennen, wie leicht man seine eigenen Fähigkeiten im Straßenverkehr überschätzen kann.

Ein Großaufgebot an Ehrenamtlichen der Kreisverkehrswacht Hersfeld-Rotenburg unter Leitung von Reinhold Bleß komplettierte das Angebot an Simulationsmöglichkeiten mit einem Motorradsimulator, einem Gefahrenerkennungsprogramm und einem Rauschbrillenparcours.

Was aber, wenn es doch einmal zu einem Unfall kommt? Hier konnten die Jugendlichen in einem Überschlagsimulator üben, wie man aus einem auf dem Dach liegenden Pkw aussteigt, ohne sich dabei weitere Verletzungen zuzuziehen.

Mit sechs Ehrenamtlichen unter der Leitung des stellvertretenden Stadtbrandinspektors Guido Kamm stellte die Feuerwehr Geräte vor, die bei einem Verkehrsunfall zum Einsatz kommen können.

Am Unfallort richtig verhalten

Die neun ehrenamtlichen Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes um Ausbildungsleiter Matthias Weiß schließlich ließen die Jugendlichen wichtige Verhaltensweisen am Unfallort einüben, die jeder Verkehrsteilnehmer präsent haben sollte.

Der Aktionstag, der von Martin Sieber von der Werratalschule federführend organisiert wurde, fand seinen Abschluss in einer nachmittäglichen Podiumsveranstaltung in der Aula. Polizeioberkommissar Christopher Pfaff stellte unter Einbeziehung des Publikums noch einmal eindrücklich Hauptunfallursachen und jugendspezifische Risiken dar. Außerdem berichtete Melanie Hetzer, die als Pfarrerin in Kirchheim auch in der Notfallseelsorge tätig und zudem bei der dortigen freiwilligen Feuerwehr engagiert ist, von ihren Erfahrungen am Unfallort oder der Begegnung mit Angehörigen, die Unfalltote zu beklagen haben. Die Palette der Erfahrungen wurde um die des Rettungssanitäters Baris Cokgenc vom DRK ergänzt. (red/ass)

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