Hunderte Bergleute und Gläubige in der Kirche und beim Tzscherperfrühstück

Volles Haus bei der traditionellen Kirchschicht in Heringen

Volles Haus: Rund 600 Bergleute und Gläubige nahmen an der traditionellen 22. Kirchschicht des Bergmannsverein Glückauf Wintershall in der Heringer Stadtkirche und dem anschließenden Tzscherperfrühstück im Bürgerhaus teil. Foto: Konopka

Heringen. Die mittlerweile 22. ökumenische Kirchschicht des Heringer Bergmannsverein „Glückauf Wintershall“ füllte am Sonntag wieder die evangelische Stadtkirche. Den traditionellen Bergdankgottesdienst mit anschließendem Tzscherperfrühstück im Bürgerhaus feierten rund 600 Bergleute und Gläubige.

Neben vielen Gästen aus Politik und Wirtschaft, waren auch Abordnungen von befreundeten Vereinen aus Hessen, Thüringen und dem Erzgebirge ins Monte-Kali-Land gekommen.

In Bergmannstracht gekleidet trafen sich die Kumpel am Bürgerhaus und zogen zu den Klängen der Wintershaller Bergkapelle, erstmals unter der Leitung des jungen Felix Waldmann, mit ihren Vereinsfahnen durch Heringen zur Kirche, wo sie vom evangelischen Dekan Frank Hofmann, vom evangelischen Pfarrer Thorsten Waap und dem katholischen Pfarrer Andreas Bieber empfangen wurden. Bieber war ebenfalls erstmals an der Gestaltung dieses Traditionsgottesdienstes beteiligt.

Die Kirche war stilecht mit bergmännischen Symbolen geschmückt. Bernd Busch gab nach dem Schichtspruch von Dieter Guderjahn das Signal zur „Anfahrt“ des Gottesdienstes. Szenisch gestaltet wurde er unter dem Flüchtlingsthema mit „Schlagzeilen Wahrheit? Bad news are good news?“ von Mitgliedern des Wintershaller Bergmannsverein und der Wintershaller Bergkapelle.

22. Ökumenische Kirchschicht in Heringen

Nach der eindrucksvollen Predigt von Dekan Frank Hofmann zum Thema und dem Signal zur Ausfahrt spielte die Bergkapelle noch das Bergmannslied. Alle sangen stehend mit.

Horst Rommel vom Bergmannsverein Glückauf Wintershall servierte im Bürgerhaus das traditionelle Tzscherperfrühstück.

Vor der Kirche formierten sich die Kumpel dann zur bunten Bergparade zum Bürgerhaus. Dort wurde das Tzscherperfrühstück serviert, das von Dieter Guderjahn, dem Vorsitzenden des Bergmannsverein „Glückauf Wintershall“, zünftig eröffnet wurde. Auch Horst Rommel servierte wieder. Das Frühstück ist eine Spezialität insbesondere im Harz. Namensgeber ist der Tzscherper, ein in der Sprache der Bergleute feststehendes Berufsmesser mit kurzer, starker Klinge, das die Bergleute stets in der Seitentasche an der Hose oder neben der Tasche am Gürtel mit sich trugen. Mit dem Tzscherper wurde das Gezimmer in der Grube untersucht, um herauszufinden, ob es noch tragfähig war. Das Messer diente dem Bergmann auch als einziges Essbesteck.

Die rustikale Tzscherper-Bergmannsmahlzeit besteht aus Schwartenwurst, Mett mit Zwiebeln, Leberwurst, Käse, Brot, Gurken sowie Bier und einem Bergmannsschnaps. Schmecken ließen es sich auch Staatsminister Michael Roth mit Michael Klöppner, die Bürgermeister Hans Ries, Ralf Orth und Dirk Noll, Torsten Warnecke (SPD-MdL), der IGBCE-Bezirksleiter Friedrich Nothhelfer, Landrat Dr. Michael Koch und der CDU-Kreisvorsitzende Timo Lübeck.

Selbstverständlich wurde im Bürgerhaus auch noch das Steigerlied gesungen – mit einem Schnapps danach.

Von Ludger Konopka

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