Scheidt bleibt Vorsitzender, Beyer Erster Stadtrat

Erste Sitzung des Heringer Stadtparlaments: Scharmützel zum Start

Volles Haus: Zahlreiche Zuschauer verfolgten im Heringer Bürgerhaus die konstituierende Sitzung des neuen Stadtparlaments. Am Rednerpult Bürgermeister Hans Ries, der die Sitzung eröffnete. An den Tischen die Fraktionen von (von links) SPD, GfH, WGH und CDU. Foto: Konopka

Heringen. Hatten die Heringer Stadtpolitiker der Kommunal- und Bürgermeisterwahl die Rückkehr zu Sachpolitik angekündigt, blieben sie zur konstituierenden Sitzung am Montagabend von diesem Ziel noch ein gutes Stück entfernt.

Die zahlreichen Zuhörer im Bürgerhaus erlebten eine über vierstündige Debatte mit insgesamt vier Sitzungsunterbrechungen (und einer Raucherpause), manchem Scharmützel und stellenweise polemischen Zwischenrufen. Die Rollen im neuen Heringer Stadtparlament sind dabei klar verteilt. Der WGH als stärkster Fraktion und Noch-Bürgermeister Hans Ries steht eine Allianz aus SPD, GFH und CDU gegenüber. Ihre gemeinsame Mehrheit nutzten die drei Fraktionen, um bei der Wahl des Stadtverordnetenvorstehers den bisherigen Amtsinhaber Detlev Scheidt (SPD) gegen Ute Marhold durchzusetzen, die von der WGH ins Rennen geschickt worden war.

Ging die Wahl des Parlamentspräsidenten noch weitgehend geräuschlos über die Bühne, entbrannte vor der Entscheidung über dessen Stellvertreter eine Debatte darüber, wer mit wem im Vorfeld das Gespräch gesucht beziehungsweise nicht gesucht habe – wodurch ein gemeinsamer Wahlvorschlag verhindert worden sei. Immerhin gelang der Versuch, dieses Gespräch in einer Sitzungsunterbrechung nachzuholen, sodass Ute Marhold (WGH), Manfred Wenk (GfH), Hans-Jürgen Ruch (CDU) sowie Alfred Rost (SPD) und Frank Jansen (WGH) als Nachrücker einstimmig gewählt wurden. Ebenfalls einstimmig bestimmten die Parlamentarier Verwaltungsmitarbeiter Matthias Hujo zum Schriftführer sowie Tobias Schäfer, Kai Adam, Tina Baum und Michael Ernst zu seinen Stellvertretern.

Die Wahlurne kam allerdings noch einmal bei der Entsendung der Mitglieder in die AZV-Verbandsversammlung bei zwei inhaltlich ähnlichen Wahlvorschlägen zum Einsatz: Während in der Vorlage des Magistrats vom Bürgermeister kraft Amtes die Rede war, wurde in dem von SPD/GfH/CDU eingereichten und beschlossenen Fassung Ries Nachfolger Daniel Iliev namentlich genannt.

Die einstimmige Entscheidung über Mitglieder für die Verbandsversammlung des Wasserbeschaffungsverbandes musste wiederholt werden, weil im ersten Anlauf vergessen wurde, einen zweiten Stellvertreter zu benennen.

Kurz vor Erreichen der Vier-Stunden-Grenze rief Stadtverordnetenvorsteher Scheidt noch die letzten Tagesordnungspunkte im Block auf, um die Tagesordnung zu schaffen. So wurden nach dem Mehrheitswahlrecht: Johannes Beyer (SPD) als Erster Stadtrat wiedergewählt sowie Rene Schaumlöffel (GfH), Evelyn Bock (CDU), Frank Roth (SPD), Hagen Hildwein und Evelyn Vogt (beide WGH) als weitere Stadträte ernannt, vereidigt und verpflichtet. Auf einem hinteren Platz des WGH-Wahlvorschlags stand als möglicher Nachrücker auch Noch-Bürgermeister Hans Ries.

Mehr zum Thema

Kommentare