Staatsminister beklagt mangelnde Unterstützung

K+S: Roth sieht Bouffier in der Pflicht

Philippsthal/Heringen. „Die Lage des größten Arbeitgebers unserer Region ist sehr ernst,“ äußerte sich der Staatsminister und heimische Bundestagsabgeordnete Michael Roth (SPD) nach einem Treffen mit Vertretern der K+S Unternehmensleitung, des Betriebsrates, der IGBCE und den Bürgermeistern von Heringen, Daniel Iliev und Philippsthal, Ralf Orth.

„Die Beschäftigten des Werkes Werra sind nach wie vor von Kurzarbeit betroffen, ein Ende ist derzeit immer noch nicht in Sicht. Die Produktion ist durch mangelnde Entsorgungskapazitäten für die Salzabwässer lahmgelegt. Es geht um nicht weniger als 4400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und tausende weiterer Arbeitsplätze, die von der regionalen Wertschöpfung des traditionellen Kalistandorts abhängen“ mahnte er an. Völlig verständnislos zeigte Roth sich gegenüber der Tatenlosigkeit in Wiesbaden: „Die hessische Landesregierung steht in der Pflicht, endlich im Interesse der Menschen in unserer Region und ganz Hessens zu handeln!“ Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) warf er mangelnde Unterstützung des Unternehmens und seiner Beschäftigten vor. Der Bau einer Eindampfungsanlage oder einer Pipeline zur Abwasserentsorgung sei in Anbetracht des massiven Zeitdrucks, der auf dem Unternehmen laste, derzeit keine Lösung.

Kurzfristige Lösung

„Der einzige Weg, Arbeitsplätze und Produktion kurzfristig zu sichern, ist eine Genehmigungspraxis zur Entsorgung der anfallenden Salzabwässer, die die Kaliproduktion im Werratal wieder möglich macht. Das Regierungspräsidium Kassel ist jetzt am Zug“, forderte Roth nach dem Gespräch. Hier müsse die Landesregierung und die ihr untergeordnete Behörde endlich handeln, bevor es zu spät sei.

Roth machte auch seine Solidarität gegenüber dem Bergmannsverein Wintershall deutlich, der am Donnerstag, 8. September, gemeinsam mit dem Betriebsrat, der IGBCE und vielen Menschen aus der Region eine Menschenkette vom Standort Unterbreizbach bis zum Standort Wintershall plant, um ein weiteres Zeichen zu setzen. (red)

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